Förderung für die Energieberatung
Energieberatung für kleines Geld
Qualifizierte Energieberater helfen, Energiesparpotenziale im Unternehmen zu identifizieren und umzusetzen. Knapp zwei Drittel der Beratungskosten übernimmt die KfW.

Bis zu fünf Prozent vom Umsatz machen die Energiekosten in vielen Betrieben aus. Doch besonders kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fehlen oft Informationen über Einsparpotenziale. Die KfW bietet Zuschüsse zu Initial- und Detailberatungen von qualifizierten Energieberatern an, um diese Defizite zu beheben.
KfW zahlt Zuschüsse zur Energieberatung
„Keine Zeit“ und „mangelndes Wissen über Einsparmöglichkeiten“ lauten die meistgenannten Gründe von Unternehmern auf die Frage, warum Sparpotenziale in ihrem Betrieb noch immer brachliegen. Ein Energieberater zeigt auf, wo sie den Hebel ansetzen können. Bei einer Initialberatung analysiert er die Ausgangssituation des gesamten Unternehmens auf Energiesparpotenziale, um bei einer anschließenden Detailberatung konkret die Maßnahmen zu erarbeiten, die zu den größten Kosteneinsparungen führen können – Investitionen, die sich spätestens beim nächsten Blick auf die Strom- und Gasrechnung lohnen.
Der Expertenrat rechnet sich also – zumal Unternehmer nur rund ein Drittel der Beratungskosten selber zahlen müssen. Bis zu 1.280 Euro bei einer Initialberatung und 4.800 Euro bei einer Detailberatung zahlt die KfW als Zuschuss. Wer will, kann auf die Initialberatung verzichten und sich nur die Detailberatung fördern lassen. Wer beide Komponenten in Anspruch nehmen will, muss zunächst den Zuschuss für eine Initialberatung beantragen, dann den Zuschuss für die Detailberatung.

Hilfe bei der Auswahl eines Energieberaters
Die Beratung zu Sparpotenzialen im Unternehmen ziele dabei allerdings nicht nur auf die Empfehlung geeigneter Energieeffizienzmaßnahmen ab, erklärt Dr. Burkhard Touché, Leiter der KfW-Unternehmeragentur. „Der im ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm angebotene zinsgünstige Investitionskredit ermöglicht Unternehmern auch die zeitnahe Umsetzung dieser Maßnahmen.“ Erste Ansprechpartner für KMU bei der Energieeffizienzberatung sind die Regionalpartner der KfW wie Kammern, Wirtschaftsfördergesellschaften oder Energieagenturen. Sie kümmern sich um die Abwicklung vor Ort, nehmen Anträge entgegen und helfen auf Wunsch bei der Auswahl eines Energieberaters.
Ulrich Bach beispielsweise, kaufmännischer Direktor der Mittelrheinischen Metallgießerei Heinrich Beyer aus Andernach, ist genau diesen Weg gegangen. Auf der Suche nach Beratung wandte er sich an die Industrie- und Handelskammer Koblenz, einen Regionalpartner der KfW, und wurde von dieser an die Energieagentur Mittelrhein weitervermittelt. Gemeinsam mit deren Experten erarbeitete er ein Konzept und die Finanzierung für eine neue Ofenanlage für sein Unternehmen. Mit durchschlagendem Erfolg: Die mit einem Darlehen über 500.000 Euro aus dem ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm der KfW finanzierte neue Ofenanlage verbraucht rund 27 Prozent weniger Energie als die zuvor genutzten alten Elektroöfen der Metallgießerei – bei einer Stromrechnung, die im vergangenen Jahr noch im oberen sechsstelligen Eurobereich lag, eine Einsparung, die sich deutlich in der Bilanz des Unternehmens bemerkbar machen wird.
So finden Sie passende Experten in Ihrer Nähe: Energieberater ist weder ein geschützter Begriff noch ein regulärer Ausbildungsberuf oder Studiengang. Unter anderem können sich Architekten, Ingenieure und besonders qualifizierte Handwerker zum Energieberater weiterbilden lassen. Doch nicht jeder von ihnen ist automatisch zur Durchführung der von der KfW geförderten Beratung berechtigt. Wie finden Sie also einen qualifizierten und verlässlichen Berater, der zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Fragestellung passt? Dieses Problem löst die Online-Beraterbörse, die die KfW in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) entwickelt hat. Die Datenbank umfasst knapp 15.000 von der KfW gelistete Berater in ganz Deutschland. Unternehmer können nach Experten aus ihrer Region recherchieren. Anhand der Bewertungen anderer Unternehmer, die bereits mit den Beratern zusammengearbeitet haben, und der angegebenen Referenzprojekte können sie deren fachliche Qualifikation beurteilen.





