Produktionsanlagen modernisieren
Stromfresser raus, Stromrechnung runter
Ein veralteter Maschinenpark kann ganz schön ins Geld gehen. Deshalb fördert die KfW Investitionen, die dazu dienen, solche Stromfresser auszusortieren. Und für die damit verbundene Energieberatung gibt’s sogar noch einen Zuschuss obendrauf.

Das Schmelzen von Metall hat in Andernach Tradition – und ist von jeher eine energieaufwendige Angelegenheit. Die Mittelrheinische Metallgießerei Heinrich Beyer stellt in dem rheinland-pfälzischen Ort seit 1928 Nichteisen-Metallguss aus Kupfer- und Aluminiumlegierungen in Strang- und Schleuderguss zur Weiterverarbeitung in Handwerk, Industrie und Maschinenbau her. In den vergangenen Jahren ist der Betrieb kontinuierlich gewachsen. 2008 produzierte das Familienunternehmen mit 185 Mitarbeitern rund 3.000 Tonnen Metallguss, zum Teil mit Schmelzanlagen, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen. „Das waren regelrechte Stromfresser. Außerdem mussten wir die Kapazität unserer Schmelzöfen erweitern, um weiterwachsen zu können“, sagt der kaufmännische Direktor Ulrich Bach.
Ersatz für die alten Öfen
Anfang dieses Jahres wurden drei alte Elektroöfen durch einen neuen, sogenannten Netzfrequenz-Induktionsrinnenofen ersetzt – finanziert mit einem Darlehen über 500.000 Euro aus dem ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm der KfW. Mit dem Programm unterstützt die KfW die Anschaffung neuer und energieeffizienter Produktionsanlagen, Antriebe und Maschinen, wenn sie mindestens 15 Prozent sparsamer sind als der Branchendurchschnitt. Ersatzanschaffungen müssen den Energieverbrauch gegenüber dem eigenen Durchschnitt der letzten drei Jahre um mindestens 20 Prozent reduzieren.

So wie bei der Mittelrheinischen Metallgießerei, bei der das Austauschgerät dieses Ziel sogar übererfüllt: Im Gegensatz zu den alten Elektroöfen begnügt sich der neue Netzfrequenz-Induktionsrinnenofen zum Schmelzen der Kupferlegierungen mit rund 27 Prozent weniger Energie. „Das wird sich auch in unserer Bilanz bemerkbar machen“, sagt Ulrich Bach zuversichtlich. Die Stromrechnung, die 2008 noch im oberen sechsstelligen Eurobereich lag, werde im neuen Jahr erheblich niedriger ausfallen.
Sparpotenziale erkennen
Vergleichbare Einsparungen sind in vielen Unternehmen möglich. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe haben errechnet, dass Industrie und Gewerbe in Deutschland allein beim Stromverbrauch in den kommenden zehn Jahren durch rationellere Nutzung bis zu 20 Prozent einsparen können. Das Problem an der Sache: Viele Unternehmer wissen überhaupt nicht, wo es Sparpotenziale gibt, beziehungsweise schätzen diese als zu gering ein, wie eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Energie-Agentur (dena) zeigt. Gut die Hälfte der befragten kleinen und mittelständischen Unternehmer glaubt, den eigenen Energieverbrauch nur um weniger als fünf Prozent senken zu können. Die KfW bietet deshalb zusätzlich zum ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm eine Beratungskomponente an, bei der KMU einen Zuschuss von bis zu 1.280 Euro zu den Kosten einer Initialberatung sowie maximal 4.800 Euro zu den Kosten einer intensiveren Energieberatung erhalten.
Gutes Ergebnis
Auch die Mittelrheinische Metallgießerei hat die Beratungskomponente bei der Planung der neuen Ofenanlage genutzt. Über einen Regionalpartner der KfW, die Industrie- und Handelskammer Koblenz, wurde Ulrich Bach an die Energieagentur Mittelrhein verwiesen. Gemeinsam mit den Experten hat er schließlich das Konzept für die neue Ofenanlage und deren Finanzierung erarbeitet. Mit dem Ergebnis können alle mehr als zufrieden sein. „Wir hatten zwar vorher auch schon regelmäßig Energieberater im Haus“, sagt Bach, „aber nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der KfW und der Energieagentur Mittelrhein werden wir uns in Zukunft noch intensiver mit dem Thema Energieeffizienz beschäftigen und konsequent nach weiteren Sparpotenzialen suchen.“

