Wengeler & Kalthoff Hammerwerke GmbH & Co. KG (NRW)
Verlockender Zinssatz
Nach einer Gaspreiserhöhung von insgesamt rund 40 Prozent in zwölf Monaten war für Friedrich-Wilhelm Wengeler, Geschäftsführer der Wengeler & Kalthoff Hammerwerke GmbH, im September 2008 die Schmerzgrenze erreicht.

„Wir wollten auf jeden Fall Energie einsparen.“Denn die insgesamt 4500 Quadratmeter großen Betriebsgebäude des über hundert Jahre alten Unternehmens werden ausschließlich mit Erdgas beheizt.

Günstiger Zinssatz „verlockend“
Ausschlaggebend für die Beauftragung eines Energieberaters aber war für den Maschinenbauingenieur „der günstige Zinssatz“ im ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm: „Das ist schon verlockend.“ 4,4 Prozent Zinsen jährlich kostet Wengeler in den kommenden zehn Jahren das 124.000-Euro-Darlehen, mit dem er das Maßnahmenpaket zur Energieeinsparung finanzierte.
Drei Tage nahm ein auf Energietechnikspezialisiertes Ingenieurbüro aus Essen das Wittener Unternehmen - es produziert Einsteckwerkzeuge für Hydraulik-, Pneumatik- und Elektrohämmer - energetisch unter die Lupe. Die vorgeschlagenen Maßnahmen („Da kommen Sie allein nicht drauf“) konzentrierten sich auf die Dämmung der Gebäudehüllen und die Optimierung der Heizungsanlagen. Zudem ließ sich die Abwärme des Schraubenkompressors und der Kugelstrahlanlage zur Beheizung nutzen. Energieersparnis in Summe: jährlich 93.900 Kilowattstunden oder 20,2 Prozent des bisherigen Verbrauchs.
In nur vier Monaten hat Friedrich-Wilhelm Wengeler sein Unternehmen energetisch optimiert und ist zufrieden: „Beratung und Zuschuss, Kreditantrag und Bewilligung, Umsetzung der Maßnahmen durch örtliche Handwerker - das hat alles wunderbar funktioniert.“ Zumal der 51-Jährige bereits jetzt „einen niedrigeren Energieverbrauch festgestellt“ hat.
Verabschiedet hat er sich hingegen von seiner eigenen Idee zur Energieeinsparung. Für die sieben Induktivanlagen zur Metallerwärmung schwebte ihm eineWärmerückgewinnung vor. Doch da sich die Anlagen in verschiedenen Gebäuden befinden und „endlose Leitungen“ erfordert hätten, rieten die Essener Energieberater dem Unternehmer davon ab: Diese Investition mache wirtschaftlich keinen Sinn.