Umweltschutz, der sich rechnet
Wettbewerbsvorteil Energieeffizienz
Energieeffizienz im Betrieb zahlt sich aus. Das Geld für die notwendigen Investitionen bekommen kleine und mittlere Unternehmen von der KfW. Schon nach wenigen Jahren haben die meisten das Geld wieder drin.

Noch gleicht das „Hotel zum Ochsen“ in Merklingen auf der Schwäbischen Alb einer Baustelle. Das Gasthaus aus dem 19. Jahrhundert erhält einen neuen Eingangsbereich mit Lobby. Alle Wände sowie das Dach werden neu isoliert. Nur wenige Meter daneben lässt Hotelier Andreas Hintz eine alte Scheune sanieren, in der später Lager, Kühlhaus und Küche sowie ein großer Bankettsaal für bis zu 220 Gäste Platz finden. Ein Neubau davor für Restaurant und Tagungsräume komplettiert den Gebäudekomplex.
Investition in die Zukunft
Aufwendungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wie dem „Hotel zum Ochsen“ für die energetische Sanierung ihrer Betriebsgebäude unterstützt die KfW mit zinsgünstigen Darlehen von bis zu zehn Millionen Euro aus dem ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm. Gefördert wird die Sanierung von Betriebsgebäuden, wenn der Jahres-Primärenergiebedarf nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 um mindestens 20 Prozent unterschritten wird und der spezifische Transmissionswärmeverlust mindestens den Vorgaben der EnEV 2009 für ein Referenzgebäude entspricht.

„Wenn bei uns alles fertig ist, sind wir energetisch so aufgestellt, dass wir alle Normen unterbieten“, sagt Hotelier Hintz, der den Familienbetrieb Anfang 2006 von seinem Onkel übernommen hat – gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Iris Rössler, seinem Bruder Michael Hintz und mit großen Plänen. Bis Ende 2009 will er den „Ochsen“ zu einem modernen Tagungshotel für bis zu 80 Übernachtungsgäste ausbauen. Im Restaurant und den Tagungsräumen sollen gut 150 Gäste Platz finden. Insgesamt investiert Hintz dafür knapp 3,5 Millionen Euro. „Der Bedarf ist vorhanden“, sagt er. „Unser Hotel ist nur 25 Minuten von der Neuen Messe Stuttgart entfernt. Außerdem gibt es hier in der Gegend viele kleine und mittlere Unternehmen, die bei uns Tagungen und Konferenzen abhalten können.“
Wirtschaftlich denken

Damit sein Konzept auch wirtschaftlich aufgeht, setzt der 40-Jährige außerdem auf eine schwäbische Tugend: Sparen. „Die Rechnungen für Strom und Wärme machen bei uns einen enormen Kostenblock aus“, so Hintz. „Energieeffizienz ist für mich deshalb nicht nur aus Umweltschutzgründen wichtig, sondern schlicht und einfach aus wirtschaftlicher Sicht notwendig.“ Nach Abschluss der Bauarbeiten kann er steigenden Energiepreisen gelassen entgegenblicken. Alle Gebäude seines Hotels werden von einer zentralen Hackschnitzelheizung mit Wärme versorgt, das Brennholz kommt aus dem eigenen Wald. Außerdem liefert eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach bis zu 24 Kilowatt Strom und deckt so rund 15 Prozent des Gesamtbedarfs ab.
„Umweltinvestitionen amortisieren sich meist schon nach wenigen Jahren“, weiß Dirk Kuhmann, Leiter der Abteilung Gewerbliche Umweltschutzfinanzierung der KfW. „Unternehmen können so dauerhaft Kosten reduzieren.“ Der effiziente Einsatz von Wärme und Strom sei längst mehr als nur gut gemeinter Umweltschutz, rechnet er vor. Wer weniger Abfälle, Emissionen und Gefahrenstoffe produziere oder einen geringeren Rohstoff-, Energie- und Wasserverbrauch habe, spare bares Geld – auch schon bei der Finanzierung seiner Vorhaben.
