Home → Förderpraxis → Energie sparen zu Hause → Seniorengerecht wohnen

Anpassen

Schriftgröße

Barrieren abbauen

Seniorengerecht wohnen

Nur ein Prozent der Wohnungen in Deutschland ist seniorengerecht gestaltet. Die KfW hilft, diesen Missstand zu beheben – mit ihrem Programm Altersgerecht Umbauen.

Das Mehrgenerationenhaus von Dorothee Klotz; Dorothee KlotzMargret und Hans Schönle aus Weikersheim sind Gewinner. Sie haben ihr Einfamilienhaus in der Nähe von Weikersheim im Taubertal verlassen und stattdessen eine seniorengerechte Wohnanlage mitten in der Stadt gebaut – inklusive Aufzug, rollstuhlgerechter Zugänge und einem eigenen Seniorentreff im Innenhof. Auch Dorothee Klotz hat gewonnen. Sie hat in Darmstadt ein Mehrgenerationenhaus errichtet. Und Hilde Urnauer aus Babelsberg baute eine nicht mehr genutzte Fleischfabrik zum Dreigenerationenhaus um. Sie alle hatten „neue Ideen für altersgerechtes Wohnen“ – so das Motto des KfW Awards 2006, bei dem sie die ersten drei Plätze belegten. Bereits vor drei Jahren hat die KfW altersgerechtes Umbauen von Wohnungen und Häusern auf diese Art gewürdigt. Heute ist das Thema „Wohnen im Alter“ aktueller denn je. Bereits im Jahr 2020, so eine Studie des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), werden mindestens 800.000 zusätzliche barrierefreie Wohnungen benötigt. Aktuell sind nur etwa ein Prozent der Wohnungen in Deutschland seniorengerecht angepasst. Deshalb hilft die KfW, Barrieren zu beseitigen. Dazu hat sie das Programm Altersgerecht Umbauen eingeführt. Jeder Interessent kann Kredite mit einem günstigen Zinssatz ab 1,9 Prozent pro Jahr erhalten, um seine Wohnung entsprechend umzubauen. Wenn Sie keinen Kredit benötigen, können Sie Ihre Eigenmittel mit einem Zuschuss der KfW ergänzen.

Erleichterung für jeden  

Eine Pflegerin schiebt eine Frau im Rollstuhl; Foto: KfW/Thomas KlewarDie Förderung richtet sich an jeden Haus- und Wohnungsbesitzer. Denn Barrierefreiheit bedeutet für jeden einzelnen Bürger eine Erleichterung des täglichen Lebens – für das junge Paar mit dem Kinderwagen ebenso wie für den 40-jährige Single, der dank eines Aufzugs nicht mehr die schweren Wasserkästen in den vierten Stock tragen muss. Und natürlich auch für Senioren, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Altersgerecht bedeutet also tatsächlich: für alle Altersstufen geeignet.  

Praktikable Standards entwickelt  

Der Bedarf nach barrierearmen Wohnungen ist also definitiv vorhanden. Es gibt jedoch eine Schwierigkeit: Für die Gestaltung barrierearmer Wohnungen gibt es bislang keine praktikablen und allgemein anerkannten Marktstandards. Zwar regeln DIN-Normen die Barrierefreiheit. Die absolute Barrierefreiheit lässt sich aber in bereits bestehenden Wohnungen meistens nicht zu vertretbaren Kosten umsetzen. „In einem Altbau mit einem 1,20 Meter breiten Flur lässt sich eben keine 1,50 Meter breite Wendefl äche für einen Rollstuhl darstellen“, sagt Professor Gerhard Loeschcke. Der Architekt aus Karlsruhe hat bereits zahlreiche Sachbücher zum Thema veröffentlicht und selber Standards für barrierefreies Wohnen entwickelt. „Da die Wohnbedürfnisse älterer Menschen unterschiedlich sind, gibt es kein Rezept zur Wohnraumanpassung und erst recht keinen Masterplan für einen Standardumbau“, bestätigt auch der Interessenverband Deutsche Seniorenliga e.V. Deshalb hat Professor Loeschcke im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Mindestanforderungen an Umbaumaßnahmen mit dem Ziel der Barrierereduzierung entwickelt. Diese bilden die Grundlage von 17 Förderbausteinen, die die KfW mit dem neuen Programm fördert. Fast jeder Bereich im und am Haus wurde berücksichtigt.  

Individuelle Unterstützung

Der Ausbau von Pkw-Stellplätzen wird ebenso gefördert wie der Einbau eines Aufzugs; Türen können verbreitert oder die Küche besser zugänglich gemacht werden, Toilette und Waschbecken dürfen ebenso rollstuhlgerecht umgebaut werden wie Flure, Terrassen oder Balkone. So fördert die KfW Lösungen, die auf die jeweilige Wohnsituation zugeschnitten sind, die den Lebensraum so gestalten, dass er jederzeit für jedermann nutzbar ist und die Bedürfnisse aller Altersgruppen erfüllt.

Mehr zum Thema

Auf einen Blick

Altersgerecht Umbauen

Kreditvariante:

  • Für Privatpersonen, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften, Gemeinden und Kreise sowie sonstige Körperschaften und Anstalten öffentlichen Rechts, die selbst genutzte oder vermietete Wohngebäude altersgerecht umbauen.
  • Mieter können mit Zustimmung ihres Vermieters umbauen.
  • Gefördert wird die Umsetzung von insgesamt 17 von der KfW vorgegebenen Bausteinen, wie beispielsweise ein verbesserter Gebäudezugang mit Handläufen und Rampe, der Ein- oder Anbau von Aufzügen, Anpassungen des Wohnungsgrundrisses oder der Umbau von Sanitärräumen.
  • Das Programm gilt auch für den Erwerb einer frisch barrierereduziert umgebauten Eigentumswohnung oder eines Wohngebäudes.
  • Finanziert werden bis zu 100 Prozent der Umbaukosten, maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit. 
  • Das Programm gilt nicht für Ferien- und Wochenendhäuser sowie Pflege- und Altenwohnheime. 
  • Topzinssätze mit fünf oder zehn Jahren Zinsbindung.
    Kreditlaufzeit wahlweise bis zu zehn, 20 oder 30 Jahre, bei jeweils maximal zwei, drei oder fünf tilgungsfreien Anlaufjahren.

[Mehr dazu lesen]

Zuschussvariante:

  • Interessierte, die ihr Wohneigentum mit eigenen Mitteln umbauen oder ein frisch umgebautes Haus kaufen, fördert die KfW mit einem Zuschuss.
  • Mieter können mit Zustimmung ihres Vermieters umbauen.
  • Sie erhalten 5 Prozent der förderfähigen Kosten zurück, wenn sie mindesten 6.000 Euro investieren, höchstens jedoch 2.500 Euro.

[Mehr dazu lesen]

Nachgefragt

Fragen und Antworten zum neuen Programm

Warum fördert die KfW im Programm Altersgerecht Umbauen nur bestimmte Bausteine?

Die 17 Förderbausteine, die Experten für die KfW definiert haben, sind so zusammengesetzt, dass die darin enthaltenen Einzelmaßnahmen bestehende Barrieren tatsächlich auch sinnvoll und sicher reduzieren. Denn was nützt ein altersgerecht umgebautes Bad, wenn die Tür nicht so breit ist, dass nach Möglichkeit auch ein Rollstuhl hindurchpasst. Deshalb werden auch nur vollständige Förderbausteine und keine Einzelmaßnahmen gefördert. Einzige Ausnahmen: Der Förderbaustein besteht aus lediglich einer Einzelmaßnahme oder die Einzelmaßnahme führt mit bereits vor- Nachgefragt her durchgeführten Umbauten zur Vervollständigung eines Bausteins. Hier finden Sie eine Liste aller Förderbausteine.

Ich, 35 Jahre, renoviere gerade mein Haus und bin weder alt noch körperlich beeinträchtigt. Kann auch ich das Programm nutzen?

Natürlich. Das Programm richtet sich an jeden, der in seiner Wohnung oder seinem Haus Barrieren abbauen möchte. Egal, wie alt er ist.

[Mehr dazu lesen]

 

Der Weg zum Förderkredit

Audiografik, die erklärt, wie das Hausbankprinzip der KfW funktioniert

Die KfW vergibt ihre Förderkredite in Zusammenarbeit mit anderen Banken. Erfahren Sie hier, wie das Hausbankprinzip funktioniert. [Audiografik anschauen]

Service

Persönliche Beratung

Sie haben Fragen zu den Förderbedingungen für energetische Sanierungsmaßnahmen oder zu den wohnwirtschaftlichen Programmen der KfW Privatkundenbank? Dann rufen Sie uns an! Unsere Beraterinnen und Berater im KfW-Infocenter helfen Ihnen gerne weiter.


Newsletter Bauen, Wohnen, Energie sparen

Aktuelle Informationen über unsere Angebote aus den Bereichen Bauen, Wohnen und Energie sparen finden Sie im Newsletter der KfW Privatkundenbank. Einfach hier abonnieren – ganz bequem, ohne Verpflichtungen und selbstverständlich kostenfrei!

Tools

Förderberater „Bauen, Wohnen, Energiesparen“

Sie möchten eine Wohnimmobilie kaufen, bauen oder modernisieren? Oder Sie wollen Ihr Haus energetisch sanieren? Oder Sie möchten einfach nur wissen, wie sich dabei die Förderbedingungen für Privatpersonen, Unternehmer oder Freiberufler unterscheiden? Dann nutzen Sie doch einfach den Online-Förderberater der KfW Privatkundenbank – und nach wenigen Mausklicks wissen Sie, welche KfW-Programme Ihnen für eine günstige Finanzierung Ihres Vorhabens zur Verfügung stehen!

 
Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System