Energieeffizient Bauen
Weniger Energie und mehr Komfort
Thorsten Wagner hat ein Haus gebaut, das in vielerlei Hinsicht vorbildlich ist. Es verbindet Umweltbewusstsein mit Wohnkomfort und ist dennoch bezahlbar. Genau so müssen Häuser in Zukunft aussehen.

Jeden Winter laufen in 40 Millionen Wohnungen und Häusern die Heizungen auf Hochtouren. Rund 3,5 Milliarden Quadratmeter Wohnfläche müssen beheizt werden. Umgerechnet 15 Liter Heizöl oder 15 Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter verbrauchen die Deutschen im Schnitt, um Wohnung und Duschwasser auf angenehme Temperaturen zu bringen. Nach Ansicht von Experten viel zu viel.
Bestes Raumklima
Wer es ernst meint mit dem Klimaschutz, sollte deshalb nicht nur ein sparsames Auto fahren, sondern auch ein sparsames Haus bewohnen. So wie Thorsten Wagner aus Hagen. Der 30-Jährige wohnt mit seiner Familie seit knapp eineinhalb Jahren in einem neuen Niedrigenergiehaus. „Wir sind im August 2008 eingezogen, haben bereits einen harten Winter und einen heißen Sommer hinter uns und wir sind begeistert“, sagt er. „Das Raumklima ist das ganze Jahr über total angenehm.“
Diesen Wohnkomfort verdankt Wagner vor allem der besonderen Bauweise seines Hauses. Außenwände, Innenwände und Dach bestehen aus einem Holzständerwerk, dessen Innenräume mit einem Gemisch aus Holzspänen und Zementgranulat gefüllt sind. Die Mischung isoliert genauso gut wie herkömmliche Dämmstoffe. Zudem fungiert die sogenannte Isowood-Dämmung als Wärmespeicher und transportiert Feuchtigkeit gut nach außen ab. So bleibt das Raumklima immer angenehm.
Unabhängig von Energiepreisen
„Wir haben uns aber nicht nur für diese Bauweise entschieden, weil sie ökologisch ist, sondern auch weil wir überzeugt sind, dass sie ökonomisch Sinn macht“, sagt Wagner. So ist er in Zukunft unabhängig von steigenden Energiepreisen. Statt Öl- oder Gasheizung sorgt eine Wärmepumpe im Keller für angenehme Temperaturen. Und an richtig kalten Wintertagen feuert Wagner seinen Kamin an, der mit einer weiteren Besonderheit ausgestattet ist: In einer Leitung, die sich um den Kamin windet, erhitzt die aufsteigende Wärme Brauchwasser auf bis zu 70 Grad und entlastet so die Wärmepumpe.
Dass derart moderne Haustechnik etwas mehr kostet als bei einem herkömmlichen Haus, hat Wagner einkalkuliert. Knapp 40.000 Euro Mehrkosten war ihm der Effizienzhausstandard wert: Erstens, weil er deshalb einen Teil der Finanzierung zinsgünstig von der KfW bekommen hat. Und zweitens, weil sein Haus so energieeffizient ist, dass er kaum Nebenkosten hat. Außerdem erzeugt die Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom, den Wagner gegen eine Vergütung ins Netz einspeist. „So bleibt am Monatsende mehr in der Haushaltskasse und wir können schneller tilgen“, sagt der 30-Jährige, der rückblickend alles noch einmal ganz genauso machen würde. Oder besser: fast alles. „Meine Frau wünscht sich größere Fensterbänke, auf die sie mehr Blumen stellen kann.“

