Start in die Selbstständigkeit
Der perfekte Businessplan
Die Geschäftsidee steht, die Unternehmensgründung ist ausgemachte Sache, jetzt müssen nur noch potenzielle Geldgeber oder Kooperationspartner überzeugt werden – mit einem schlüssigen und klar formulierten Businessplan. Wer bei der Ausarbeitung ein paar grundlegende Regeln beachtet, hat gute Chancen, dass der Traum vom eigenen Unternehmen auch Wirklichkeit wird.
Geschäftskonzept
Im Geschäftskonzept beschreiben Sie ausführlich den Plan für Ihre Existenzgründung. Schildern Sie den Kernpunkt Ihrer Idee sowie ihre Marktchancen, aber auch mögliche Risiken. Erläutern Sie, wodurch sich Ihre Idee – aus Sicht Ihrer Kunden – positiv von Ihren Wettbewerbern unterscheidet. Ihre Beschreibung sollte nicht zu knapp ausfallen, aber auch nicht in einen Roman ausarten. Die meisten Businesspläne haben einen Umfang zwischen fünf und 20 DIN-A4-Seiten. Bewährt hat es sich dabei, das Geschäftskonzept mit einer kurzen, circa einseitigen Zusammenfassung zu beginnen: Sie dient dem schnellen Überblick und vermittelt alles, was jemand mit wenig Zeit über Ihr Geschäftskonzept wissen muss. Die Bank beurteilt auf der Grundlage dieses Konzeptes, ob sie Ihre Idee für realistisch, umsetzbar und damit letztlich für finanzierbar hält. Bitten Sie ruhig auch Verwandte oder Freunde, Ihr Konzept kritisch zu lesen – in der Diskussion mit ihnen werden häufig Schwachstellen deutlich.
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Investitionsplan
Wie viel Geld brauchen Sie zur Finanzierung Ihrer Geschäftsidee? Die Antwort darauf gibt Ihnen der Investitionsplan. Er verschafft Ihnen – und der Bank – einen Überblick über den lang-, mittel- und kurzfristigen Kapitalbedarf, die nötigen Betriebsmittel sowie die Investitionskosten für die Gründung Ihres Unternehmens. Vielleicht machen Sie mit Ihrer neuen Firma vom ersten Tag an Gewinn – vielleicht aber auch nicht. Bei der Erarbeitung des Investitionsplans sollten Sie nicht mit allzu spitzer Feder rechnen: Ein finanzielles Polster lässt Sie ruhiger schlafen.
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Rentabilitätsvorschau

Was steht am Ende Ihres ersten Geschäftsjahres unter dem Strich: Plus oder Minus? Eine Antwort darauf gibt – für die ersten drei Jahre – die Rentabilitätsvorschau. Selbstverständlich ermöglicht sie keine sichere Voraussage, denn Sie arbeiten ja mit Planzahlen. Ihre Bank wird prüfen, ob diese Zahlen realistisch erscheinen. Ob sie stimmen, können weder Sie noch die Bank voraussagen. Blicken Sie deshalb eher zurückhaltend in die Zukunft: Mögliche Verluste im ersten Geschäftsjahr bedeuten für Sie nicht das Aus als Unternehmer. Im Gegenteil: Banken wissen es durchaus zu schätzen, wenn Sie sich nicht selbst etwas vormachen. Anlaufverluste sind nichts Ungewöhnliches, sie sollten jedoch (Stichwort: Liquidität) in der Gesamtfinanzierung berücksichtigt sein. Wenn allerdings in den ersten drei Geschäftsjahren ausschließlich rote Zahlen unter dem Strich stehen, dann sollte dies auch Sie selbst nachdenklich stimmen.
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Liquiditätsplan
Ihren Kapitalbedarf haben Sie im Investitionsplan ermittelt. Jetzt stellt sich die Frage, ob Ihre monatlichen Einnahmen zur Deckung der monatlichen Ausgaben (einschließlich Ihrer privaten Lebenshaltungskosten) ausreichen. Denn egal ob Sie von Anfang an Geld verdienen oder nicht: Ihre Lieferanten wie auch Ihre Mitarbeiter wollen für ihre erbrachten Leistungen bezahlt werden – und zwar jeden Monat. Und Sie selbst müssen Ihre Lebenshaltungskosten ebenfalls bestreiten. Der Liquiditätsplan sagt Ihnen, ob Sie jederzeit liquide („flüssig“) sind. Wenn Sie feststellen, dass Sie in der Anlaufphase Ihrer Firma mehr Ausgaben als Einnahmen haben, dann müssen Sie diese fehlende Liquidität in der Kapitalplanung berücksichtigen. Das heißt, Sie benötigen zusätzliches Fremdkapital, um Ihre Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen. Widerstehen Sie der riskanten Versuchung, Einnahmen und Ausgaben „deckungsgleich“ zu machen – dies gelingt Ihnen allenfalls auf dem Papier. Kalkulieren Sie stattdessen die Einnahmen konservativ und die Ausgaben eher großzügig.
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Versuchen Sie, in Ihrer Gesamtplanung auch unvorhergesehenen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Überlegen Sie beispielsweise, was im Liquiditätsplan oder in der Rentabilitätsvorschau passiert, wenn sich Ihre Materialkosten schlagartig um 10 Prozent erhöhen oder der Umsatz in einem Quartal um 15 Prozent zurückgeht. Oder wenn eine wichtige Produktionsmaschine für zwei Wochen stillsteht. Oder welche Folgen es für Ihr Geschäft hätte, wenn zwei wichtige Mitarbeiter zur selben Zeit kündigten. Rechnen Sie die Konsequenzen solcher Unwägbarkeiten, die es ja alle schon gegeben hat, mal in Ruhe durch. Und stellen Sie sich dann die Frage, ob Sie mit Ihren Planungen wirklich auf der sicheren Seite sind oder ob Sie dem Aspekt „Unvorhergesehenes“ nicht doch etwas mehr Raum in der Gesamtfinanzierung geben müssen.
Auf dem Papier, das bekanntlich geduldig ist, kann man ein Geschäftskonzept immer „rund“ machen. Sehen Sie aber in allen Punkten, bei denen es vielleicht noch hakt, einen Warnhinweis. Denn die geschäftliche Realität ist alles andere als eine runde Sache. Bei aller Bereitschaft zu unternehmerischem Risiko gehört ein umsichtiger Weitblick sicher zu den Qualitäten eines auch für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlichen Firmenchefs.

