Expertentipp
„Auf die Liquidität achten“
Anton Altschäffl, Berater bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, über Ärzte als Unternehmer, professionelle Liquiditätsplanung und Investitionen in Praxen.
Wie viel Unternehmer muss in einem Arzt stecken?
Es ist sehr wichtig, dass Ärzte unternehmerisch handeln. Dazu gehören eine betriebswirtschaftlich orientierte Praxisführung, ein ständiger Überblick über die Einnahmen und Ausgaben und vor allem Kenntnisse ihrer Liquidität. Ärzte sollten am Ende jedes Quartals wissen, wie viel liquide Mittel sie zur Verfügung haben.
Welche Investitionen fallen in einer Praxis im Laufe der Zeit an?
Die größte Investition ist sicherlich die Existenzgründung. Da die meisten Ärzte eine bestehende Praxis übernehmen, müssen sie schon zu Beginn ihrer Selbstständigkeit eine hohe Ablöse aufbringen. Dazu benötigen sie in der Regel eine Finanzierung, die meist auf einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren angelegt ist.
In diesem Zeitraum stehen doch bestimmt auch schon neue Investitionen an.
In der Tat müssen Ärzte heute oft schon in dieser Phase mit Ersatzinvestitionen rechnen – etwa weil medizinische Geräte defekt sind oder nicht mehr den aktuellen Qualitätsanforderungen oder neuesten rechtlichen Vorgaben entsprechen. Viele Ärzte wünschen sich nach Jahren der Einzeltätigkeit auch, in eine Kooperation einzusteigen. Dieser Schritt ist dann oft mit weiteren Investitionen in Umbauten und neue medizinische Apparate sowie dem Ausgleich von Praxisanteilen verbunden.
Wie lautet Ihr wichtigster Tipp für Praxisinhaber?

Der Arzt sollte seine Liquidität kennen und schon im Vorfeld Rücklagen für mögliche Investitionen bilden. Dazu gehört auch, dass die monatlichen Zins- und Tilgungszahlungen keine gravierende Belastung darstellen und jederzeit ein ausreichend großer Sicherheitspuffer zurückbleibt. Außerdem kann der Arzt bei der Kreditaufnahme auf die Förderprogramme der KfW zurückgreifen. Wir weisen in unseren Beratungen auf dieses Angebot hin – und ich weiß aus meiner täglichen Arbeit, dass viele Ärzte es auch nutzen.
„Niederlassung, Nachfolge, Neuanschaffung – Moderne Investitionsförderung für Arztpraxen“ – unter diesem Motto informieren die KfW Bankengruppe, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Kassenärztlichen Vereinigungen Ärzte und Psychotherapeuten in ganz Deutschland über Finanzierungsmöglichkeiten und -hilfen. 