GründerChampions 2008
Aufbruch in die dritte Dimension
Mit einer selbst entwickelten Software verhilft die Jenaer VisuMotion GmbH der 3D-Technologie zum Durchbruch bei Filmen und Computerspielen. Dafür erhielt das Unternehmen in Berlin jetzt den KfW-Unternehmenspreis GründerChampions 2008 für das Land Thüringen.

Dirk Heinrich wartet auf Hollywood: „Ab dem Jahr 2010 sollen dreißig Prozent der Hollywoodfilme in 3D gedreht werden. Dann wird der Markt explodieren“, gibt sich der 49-jährige Geschäftsführer der VisuMotion GmbH euphorisch. Bis dahin wollen Heinrich und seine beiden Mitstreiter Alexander Schmidt und Markus Klippstein auf dem amerikanischen Markt Fuß gefasst haben. „Wir suchen gegenwärtig nach einem strategischen Partner in den USA“, verrät Klippstein. Die Chancen, dass die Jenaer Softwaretüftler vom bevorstehenden 3D-Boom in der amerikanischen Traumfabrik profitieren werden, stehen nicht schlecht – schließlich haben sie den Aufschwung der 3D-Technologie in den letzten beiden Jahren wesentlich mit befördert.
Systemübergreifende Lösung
Bisher war der Einsatz von 3D-Filmen oder Computerspielen an die jeweilige Software des Displayherstellers gebunden. „Der Markt hat nur Insellösungen produziert. Das hat die 3D-Technologie regelrecht ausgebremst“, weiß Schmidt. Eine echte Marktlücke, die das junge Jenaer Unternehmen nun mit einer systemübergreifenden Software geschlossen hat. Sie ermöglicht es, die 3D-Inhalte für alle Geräte kompatibel zu machen. Auch für das Abspielen von herkömmlichen zweidimensionalen Filmen und 3D-Clips auf einem Gerät haben die Jenaer die passende Softwarelösung gefunden.
Das überzeugte auch die Juroren des KfW-Unternehmenspreises GründerChampions 2008. Die drei Softwareentwickler konnten sich gegen starke Konkurrenz aus dem Freistaat durchsetzen und wurden in Berlin als Landessieger Thüringen ausgezeichnet. Die Jury der KfW Mittelstandsbank überzeugte vor allem, dass das Jenaer Gründertrio in kürzester Zeit den asiatischen Markt erobert hat. „Nahezu 95 Prozent unserer Kunden haben ihren Sitz in China oder Japan“, bestätigt Geschäftsführer Dirk Heinrich. „In Asien hat 3D den Durchbruch schon geschafft.“ Und in der Tat: Während die ohne Spezialbrille anzuschauenden 3D-Filme hierzulande noch ein Nischendasein etwa bei Messepräsentationen führen, laufen 3D-Werbefilme internationaler Großkonzerne in den Einkaufszentren von Shanghai und Hongkong rund um die Uhr.
Beeindruckende 3D-Effekte

Was mit der heutigen 3D-Technologie – und vor allem ohne die lästige 3D-Brille – bereits alles möglich ist, können die Kunden im Präsentationsraum der VisuMotion GmbH bewundern. Hier flimmern Videos, Filmtrailer und Werbeclips in 3D, vollgepfropft mit beeindruckenden visuellen Effekten, über die Großbildschirme. „Auch Computerspielen in 3D gehört die Zukunft“, prophezeit Heinrich, vor allem mit Blick auf die Spielleidenschaft der Asiaten. In den chinesischen Metropolen sind Games mit 3D-Effekten schon jetzt der Renner in den Internetcafes. Spieleklassiker wie World of Warcraft begeistern dort dank des Jenaer Spieletreibers DeepOutside3D.X das jugendliche Publikum.
Das wichtigste Kapital für das weitere Wachstum des 2006 gegründeten Unternehmens sind die kreativen Hard- und Softwareentwickler. 25 Mitarbeiter hat das Gründertrio im Gewerbepark Göschwitz bereits um sich geschart. „Es gibt nur wenige Spezialisten für die 3D-Technologie – viele davon arbeiten bei uns“, erklärt Heinrich stolz. Diesen Vorteil wollen die drei Gründerchampions nun nutzen. An innovativen Ideen wie der soeben auf der CeBIT präsentierten Mulitview-3D-Kamera mangelt es den Thüringern jedenfalls nicht – Hollywood kann kommen.