GründerChampions 2008
Stahlboom sorgt für volle Auftragsbücher
Die Weseler Stahlbau GmbH hat in den ersten drei Jahren nach ihrer Gründung den Umsatz bereits verdreifachen können. Für das rasante Wachstum wurde das Unternehmen in Berlin als Landessieger Nordrhein-Westfalen beim Unternehmenspreis der KfW Mittelstandsbank GründerChampions 2008 ausgezeichnet.

Die Kapazitäten der Weseler Stahlbau GmbH im Gewerbegebiet Hünxe-Bucholtwelmen reichen in diesen Tagen kaum aus, um alle Aufträge des jungen Unternehmens abzuwickeln. „Der Stahlbau erlebt gegenwärtig eine Renaissance, mit der niemand mehr gerechnet hätte“, strahlt Geschäftsführer Thomas Knüfken, der die Weseler Stahlbau GmbH vor drei Jahren mit seinem Kompagnon Wolfgang Hunck aus der Taufe gehoben hat.
Imponierende Erfolgsstory
Für die Reise nach Berlin nahmen sich die viel beschäftigten Existenzgründer aber dennoch Zeit. In den Räumen der AUDI AG in der Hauptstadt wurde das Unternehmen zum Landessieger Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Wettbewerb GründerChampions 2008 gekürt. Die KfW Mittelstandsbank als Ausrichter würdigte damit die imponierende Erfolgsstory, die die beiden Stahlbauer in den letzten drei Jahren geschrieben haben. „Der Preis ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit“, freut sich Wolfgang Hunck über den renommierten Gründerpreis.
Dass ein solcher Erfolg nicht immer vorhersehbar ist, haben die beiden Mittvierziger in ihrer noch jungen Karriere bereits zur Genüge erfahren. Denn eigentlich hatten die spätberufenen Unternehmer ganz andere Pläne: Mit einem neuartigen patentierten Sanierungsverfahren für Stahlbauten wollten sie sich am Markt profilieren. „Das Verfahren ermöglicht es, beispielsweise die Stahlkonstruktionen von Kühltürmen während des laufenden Betriebs zu sanieren. In der von uns geplanten Größenordnung wäre der Einsatz dieses Verfahrens einzigartig gewesen“, beschreibt Huncks Gründungspartner Knüfken die Vorzüge ihrer innovativen Technologie. Doch kaum hatten die beiden sich 2005 mit dieser Geschäftsidee selbständig gemacht, durchkreuzte der Stahlboom ihre Pläne – eine Wendung, der Hunck und Knüfken mittlerweile einen Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro verdanken.
Zweites Unternehmen gegründet

ThyssenKrupp, Evonik, RWE, Hüttenwerke KruppMannesmann – zahlreiche Großkonzerne stehen nun auf der Referenzliste der Hünxer. Das erste Prestigeprojekt, die Fertigung von Stahlteilen für die Fußgängerbrücken im Duisburger CityPalais, diente als eine Art Eintrittskarte für weitere Aufträge aus der Großindustrie. Seither floriert das Geschäft mit dem Stahlhoch- und Industrieanlagenbau. Das Weseler Unternehmen übernimmt dabei für seine Kunden die technische Planung, Produktion, Beschichtung und Montage von Stahlbauteilen. Und mittlerweile haben Hunck und Knüfken bereits eine zweite Firma, die Weseler Stahlbau Industriemontagen GmbH & Co. KG, mit 70 Mitarbeitern gegründet und bilden in diesem Jahr im Stammbetrieb erstmals Industriemechaniker aus. „Trotzdem suchen wir auch laufend fachlich qualifiziertes Personal wie Schweißer und Schlosser“, ergänzt Hunck.
Dass das Patent für die Stahlsanierung zurzeit ungenutzt ruht, bereitet ihm keinen Kummer: „Gegenwärtig wird eben mehr neu gebaut als saniert“, schmunzelt er. Und ein Ende des Booms ist für die beiden Unternehmer und ihre 21 Mitarbeiter noch nicht abzusehen. „Wir würden künftig gerne noch stärker in den Kraftwerksbau einsteigen“, formuliert Hunck eines der Ziele für die kommenden Jahre. Dafür reichen die vorhandenen Kapazitäten in Hünxe allerdings nicht aus. Gut möglich, dass sich die beiden erfolgreichen Gründer bald wieder auf eine Reise machen – dann an einen neuen, größeren Standort.
