Existenzgründerdarlehen
Darlehen für Existenzgründer machen‘s möglich
Ralf Lühmann und Michael Blesch haben bei Hamburg den Golfplatz „Green Eagle“ auf- und beständig ausgebaut. Dank des Unternehmerkredits sind sie nun stolze Besitzer eines der schönsten und längsten Golfkurse Europas.

Rund zehn Jahre ist es her, dass Ralf Lühmann und Michael Blesch auf die Idee kamen, einen Golfplatz zu bauen. Ihre Voraussetzungen dafür waren gut: Blesch hatte eine Lehre als Zimmermann abgeschlossen und arbeitete seitdem als Golflehrer, Lühmann hatte gerade sein Bauingenieursstudium erfolgreich hinter sich gebracht. Doch bevor die Planungen weiter gehen konnten, brauchten sie ein geeignetes Gelände.
„Ein Golfplatz findet nur dann genügend Mitglieder, wenn er in Großstadtnähe liegt“, sagt Lühmann. Und daher suchte er gemeinsam mit Geschäftspartner Michael Blesch entlang der Autobahn A250 von Hamburg nach Lüneburg nach einem geeigneten Standort. Abfahrt für Abfahrt. Fündig wurden sie schließlich in Winsen. Der Standort bot genügend Platz, der Boden war gut geeignet, und die Gemeinde hatte früher schon einmal geplant, einen Golfplatz anzulegen und verfügte daher über die entsprechende Erfahrung.
Innovative Finanzierung

Trotzdem mussten die beiden Gründer für ihr Projekt „Green Eagle“, wie der Golfplatz heißen sollte, ein langwieriges und vor allem teures Genehmigungsverfahren durchlaufen. „Das ist die Hölle“, sagt Ralf Lühmann. „Wenn man einen Golfplatz anlegen möchte, sind schon vor dem ersten Spatenstich 200.000 Euro weg.“ Ein Problem für die beiden Jungunternehmer, die damals nicht gerade viel Eigenkapital besaßen.
Um überhaupt eine Chance zu haben, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, schalteten Blesch und Lühmann zunächst Kleinanzeigen in den lokalen Anzeigenblättern. „Wer damals schon Mitglied wurde, musste nur 300 DM Aufnahmegebühr zahlen, trug aber auch das Risiko, dass das ganze Projekt platzt und das Geld weg ist“, erklärt Lühmann. Auf diese Weise konnten die beiden die ersten 400 Mitstreiter für ihr Vorhaben gewinnen. Darüber hinaus griffen sie schon damals auf ein Existenzgründerdarlehen der KfW zurück, um ihre Eigenkapitalsituation zu verbessern.
Einer der schönsten Golfplätze Europas
Auch nach der überaus erfolgreichen Eröffnung blieben Lühmann und Blesch am Ball und entwickelten ihr Projekt weiter. So ist zum ursprünglichen Süd-Course mittlerweile ein öffentlicher 6-Loch-Kurzplatz hinzugekommen, auf dem auch Golfanfänger ohne Platzreifeprüfung und ohne Mitgliedschaft abschlagen dürfen. Außerdem arbeiten die beiden gerade am neuen Nord-Course, dem längsten und sicherlich auch einem der schönsten Golfplätze Europas. „Die ersten neun Löcher haben wir Pfingsten 2006 eröffnet“, sagt Lühmann. Alle 18 Bahnen sollen im August 2008 bespielbar sein. Doch schon jetzt ist die Resonanz überwältigend, sind die Spieler begeistert von dem neuen Kurs. Da verwundert es nicht, dass der Nord-Course gleich zweimal im Kalender „Deutschlands schönste Golfplätze 2007“ zu finden ist – als Titelbild und im Dezember.
Auch bei diesem Vorhaben blieben Blesch und Lühmann ihrer Linie treu und suchten nach Wegen, um Kosten zu sparen. So hat Golfprofi Michael Blesch den Nord-Course etwa eigenhändig geplant, eine Dienstleistung, die sonst schnell einen sechsstelligen Betrag verschlingt. Und auch einen Teich können die beiden Unternehmer einfacher anlegen als viele andere. „Bei uns ist der Grundwasserspiegel so hoch, dass wir nur ein Loch graben und ein paar Tage warten müssen“, erklärt Lühmann.
Finanziert mit dem Unternehmerkredit
Trotz allem hatten sie für den neuen Platz auch externen Finanzierungsbedarf, den sie mithilfe des Unternehmerkredits der KfW Mittelstandsbank gedeckt haben. Das Produkt ermöglicht es Unternehmern, größere Investitionen langfristig und zu einem geringen Zinssatz zu finanzieren. Die Mittel aus diesem Kredit können zum Beispiel für den Erwerb von betrieblich genutzten Grundstücken und Gebäuden, in Baumaßnahmen, Maschinen und Einrichtungsgegenstände sowie in das Material-, Waren- oder Ersatzteillager fließen. Weiterhin dürfen Unternehmer das KfW-Förderprogramm dazu nutzen, andere Unternehmen zu kaufen oder sich daran zu beteiligen. Bis zu zehn Millionen Euro können über dieses Darlehen finanziert werden.
Für Lühmann und Blesch jedenfalls hat sich die Investition gelohnt. Die Geschäfte laufen gut, momentan schlagen etwa 1.400 Sportler in Winsen ab. Einziger Wermutstropfen: Bislang gab es noch keine großen, prestigeträchtigen Turniere auf dem Grün – was die beiden Unternehmer schnellstmöglich ändern möchten. Spätestens, wenn in diesem Jahr der Nord-Course endgültig fertig gestellt ist, haben sie auch die komplette Infrastruktur, die dafür nötig ist. Und vielleicht erfüllt sich dann ja sogar Lühmanns größter Traum: Im Jahr 2018 wird nämlich der Ryder Cup, das drittgrößte Sportereignis der Welt mit einem Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro, vielleicht in Deutschland stattfinden. „Und wer weiß“, sinniert Lühmann. „Vielleicht schaffen wir es ja, dieses Event auf unseren Nord-Course zu holen.“