Finanzierungshilfen für Arztpraxen
Operation Praxisfinanzierung
Unsichere Honorare bei steigenden Kosten – für niedergelassene Ärzte wird es immer schwieriger, Investitionen in die Praxis aus eigener Kraft zu stemmen. Öffentliche Fördermittel können helfen.

Niedergelassene Ärzte sehen sich heute einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Während der Konkurrenzdruck wächst, die Honorare zurückgehen und die gesetzlichen Anforderungen – etwa die Technikstandards bei der Anschaffung neuer Geräte – steigen, verlangen die Patienten nach moderner Behandlung. Keine Frage: Wer als Arzt eine eigene Praxis betreibt, braucht heute auch ein gehöriges Maß an unternehmerischer Denke – und das obwohl betriebswirtschaftliche Seminare nur selten auf dem Lehrplan eines Medizinstudiums stehen.
„Viele Mediziner wissen wenig über Investitionen und können auch nur schlecht einschätzen, welche Kreditkonditionen für sie günstig und tragfähig sind“, sagt Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Genau hier greift die Hilfe der KfW Bankengruppe. Sie bietet Finanzierungsprogramme an, die dem Bedarf des niedergelassenen Arztes optimal gerecht werden (siehe Artikel „Förderprogramme für Mediziner“). Je nach Programm finanzieren Mediziner damit die neue Praxisausstattung, aber auch laufende Betriebsmittel wie Gehälter oder Mieten.
Neue Geräte anschaffen
Beim KfW-Unternehmerkredit beispielsweise profitieren Ärzte von einem niedrigen Zinssatz, der sich an der Bonität des Praxisbetriebs orientiert. Mit dem Geld aus dem Darlehen können Mediziner etwa Untersuchungsgeräte finanzieren. Von der kleinen Finanzierung bis hin zur großen Investition in Höhe von maximal zehn Millionen Euro ist jeder Kreditbetrag möglich. Auch die Ausstattung von Behandlungs- oder Wartezimmern lässt sich so finanzieren. So wie in der Praxis von Dr. Josef Harrer: Mit seinen Kollegen der expandierenden Orthopädischen Gemeinschaftspraxis und Praxisklinik Neutraubling bei Regensburg ist er vor Kurzem in ein neues Ärztehaus gezogen. Dafür haben Harrer und seine Partner 750.000 Euro aus dem KfW-Unternehmerkredit aufgenommen. „Als Arzt muss man den Patienten heute etwas bieten. Sie legen auch immer mehr Wert auf das Ambiente.“
„Niederlassung, Nachfolge, Neuanschaffung – Moderne Investitionsförderung für Arztpraxen“ – unter diesem Motto informieren die KfW Bankengruppe, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Kassenärztlichen Vereinigungen Ärzte und Psychotherapeuten in ganz Deutschland über Finanzierungsmöglichkeiten und -hilfen. 