KfW-Studienkredit
Der KfW-Studienkredit
Mit dem KfW-Studienkredit können Studenten ihr Leben an der Hochschule unabhängig von Eltern und Nebenjob finanzieren. Über 40.000 Studierende profitieren bereits davon.

780 Euro benötigt ein Durchschnittsstudent in Deutschland pro Monat. Miete, Nebenkosten, Kleidung, Essen, Telefon und Bücher, das alles will bezahlt sein. Auch bei Jens Harloff, Student des Vermessungswesens an der Hochschule Neubrandenburg. Einen Teil der Kosten finanziert der 24-Jährige über den KfW-Studienkredit. Für Harloff eine komfortable Lösung, die ihm die Gelegenheit gibt, sich besser auf sein Studium zu konzentrieren. „Der KfW-Studienkredit ist für mich eine echte Erleichterung, etwa um meine Miete zu bezahlen. Er ist zwar nicht ganz so günstig wie das staatliche BAföG, das man ja teilweise nicht zurückzahlen muss, aber trotzdem eine echte Alternative.“
Flexible Rückzahlungsbedingungen

Harloff ist einer von über 40.000 Studierenden in Deutschland, die ihr Studium ganz oder teilweise mit dem KfW-Studienkredit finanzieren oder finanziert haben. Der Student nutzt das KfW-Angebot seit seinem dritten Semester. Jetzt ist er im sechsten Semester und wird das Studium noch in diesem Jahr abschließen. Danach beginnt für ihn die Karenzphase, in der er keine Kreditraten zurückzahlen muss. Diese dauert zwischen sechs und 23 Monaten. In dieser Phase können die Absolventen beruflich Fuß fassen, bevor sie damit beginnen, ihre Schulden abzutragen. Anschließend hat Harloff bis zu 25 Jahre Zeit, das Darlehen zu tilgen.
Im Jahr 2006 hat die KfW den Studienkredit aufgelegt. Dieser hilft Studierenden, ihr Studium zu finanzieren, unabhängig vom Vermögen und Einkommen der Eltern. Zudem verzichtet die Bank auf die sonst bei der Kreditvergabe üblichen Sicherheiten. Erste Überlegungen, den Studienkredit aufzulegen, gab es bereits 2003. Damals gab die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Studie heraus, deren Ergebnis für Deutschland alarmierend war: Hierzulande dauert das Studium deutlich länger als in anderen OECD-Staaten, die Zahl der Studierenden mit Nebenjobs und die Abbrecherquoten waren überdurchschnittlich hoch. Und die regelmäßig erstellten Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks wiesen damals schon darauf hin, dass in Deutschland die soziale Herkunft großen Einfluss darauf hat, ob überhaupt ein Studium aufgenommen werden kann. Im Jahr 2005 etwa haben von 100 Schulabgängern, die aus Akademikerfamilien stammen, 83 ein Studium aufgenommen. Von 100 Schülern aus Nichtakademikerfamilien waren es nur 23.
Das Mittelstandsloch stopfen

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse hat die KfW eine Befragung in Auftrag gegeben, um zu testen, wie ein Studienfinanzierungsangebot angenommen werden würde. Das Ergebnis: In der deutschen Studienfinanzierung gibt es ein sogenanntes „Mittelstandsloch“. Insbesondere für Studierende, deren Eltern ein Einkommen oberhalb der BAföG-Grenze haben, aber gleichzeitig nicht so viel verdienen, dass sie ihre Kinder zu 100 Prozent finanziell unterstützen können, gab es keine passenden Finanzierungsangebote. Nicht zuletzt deshalb hat die KfW mit ihrem Studienkredit ein Angebot auf den Markt gebracht, mit dem jeder Studierende unabhängig vom Einkommen und Vermögen der Eltern sein Studium finanzieren kann.
Zu den Nutzern dieses Angebots zählt auch Jens Harloff. Sein Bruder studiert ebenfalls, beide Kinder komplett zu finanzieren, wäre für seine Eltern nicht einfach gewesen. Und zum Arbeiten bleibt dem Studenten neben seinen Verpflichtungen an der Hochschule wenig Zeit. „Es wäre kaum möglich gewesen, das Studium in der Regelstudienzeit zu beenden, wenn ich nebenbei noch gearbeitet hätte“, so Harloff.

