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KfW IPEX-Bank

Eine entscheidende Rolle

Keine Entlassungen, keine Kurzarbeit, keine Lohnkürzungen. Im Gegenteil: Die Papierfabrik Palm investiert trotz Zeitungs- und Wirtschaftskrise in neue Standorte – und baute in Großbritannien die weltgrößte Produktionsanlage für Zeitungsdruckpapier.

Ein Mann steht vor einen riesigen Papierrolle

Klare Prinzipien sind sein Erfolgsgeheimnis. Dr. Wolfgang Palm, Geschäftsführer der Papierfabrik Palm GmbH & Co. KG mit Hauptsitz im baden-württembergischen Aalen, lässt sich und seine Mitarbeiter zum Beispiel nicht unter Druck setzen. „Wir halten unsere ethischen Grundsätze hoch, auch wenn sie den Profit schmälern sollten“, sagt er selbstbewusst. Das heißt: Palm hat schon mehrfach auf höhere Absatzvolumina und Renditechancen verzichtet, wenn er die Entscheidungen dazu nicht mit Bedacht treffen konnte. Denn er und seine Kollegen arbeiten mit einer langfristigen Perspektive, die nicht nur ein Jahr, sondern ein bis zwei Jahrzehnte in die Zukunft reicht. Und das eben aus Prinzip: „Natürlich ist die Ertragssituation wichtig, aber ein berechenbarer, offener Umgang mit unseren Geschäftspartnern ist langfristig gesehen noch viel wichtiger“, sagt Palm.

Wirtschaften mit Blick auf die Zukunft

Ebenso nachhaltige Entscheidungen trifft das mittelständische Unternehmen beim Umgang mit den erwirtschafteten Mitteln. Sie dienen der Zukunft und nicht, wie der Geschäftsführer betont, „den Gesellschaftern, die sich damit irgendwo ein schönes Leben machen“. Dadurch kann Palm laufend investieren und das Unternehmen weiterentwickeln.

Den seit Jahren größten Kraftakt stemmte Palm jetzt in Großbritannien. In King’s Lynn, knapp 150 Kilometer nördlich von London, entstand Europas modernste Fabrik für Zeitungsdruckpapier. Die Walzen der riesigen Papiermaschine laufen seit August 2009 rund, etwa 160 Mitarbeiter produzieren auf der Anlage täglich knapp 1.100 Tonnen Papier.

Wachstum im Ausland

Auch die Entscheidung für den Standort und die Investition ist ein gutes Beispiel für die Geschäftsstrategie von Palm. „Der deutsche Markt ist zwar unsere Nummer eins, aber für weiteres Wachstum auf Dauer zu klein“, sagt der Geschäftsführer. Der Schritt ins Ausland war deshalb eine logische Konsequenz. Auch weil sich in Großbritannien eine besonders günstige Gelegenheit geboten hat: Mehrere britische Verlagshäuser hatten Palm und andere Hersteller um eine Lösung für ihr Problem gebeten. Großbritannien verbraucht rund 2,2 Millionen Tonnen Zeitungspapier pro Jahr, von denen mehr als die Hälfte importiert werden musste. Doch immer weniger ausländische Produzenten boten den Briten Zeitungspapier an.

Eine riesige Papierwalze hängt kurz vor der Montage in der Papierfabrik in King's Lynn an einem Kran

„Das Papier in den Lagern reichte gerade mal für drei bis vier Tage“, sagt Palm. „Hätten die Hafenarbeiter nur eine Woche lang gestreikt, wären viele Zeitungen nicht erschienen.“ Mehrere große Verlage gaben deshalb Versprechen ab, dass sie regelmäßig und garantiert große Mengen Papier abnehmen würden – ein sehr lukrativer Markt. Dass schließlich Palm und keiner seiner Konkurrenten diesen Markt mit inländischer Produktion bedient, hat vor allem einen Grund: Die Aalener konnten das neue Werk problemlos finanzieren, während einige Mitbewerber Schwierigkeiten damit hatten.

 

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Exportfinanzierung für KMU

Die KfW IPEX-Bank stellt seit Ende 2009 auch für kleinere Exportgeschäfte langfristige Finanzierungen zur Verfügung „und schließt damit eine wichtige Angebotslücke“, sagt Heinrich Heims, Sprecher der Geschäftsführung der KfW IPEX-Bank. Bisher konnte die IPEX Finanzierungen erst ab Volumina von gut zehn Millionen Euro anbieten. Dank einer Kooperation mit dem Finanzdienstleister Northstar Europe unterstützt sie jetzt bereits Vorhaben ab 500.000 Euro. Die Obergrenze liegt bei fünf Millionen Euro. Das neue Finanzierungsinstrument könne gerade in der Krise ein wichtiges Verkaufsargument für deutsche Exporteure sein, so Heims weiter. Voraussetzung ist eine Deckung einer Exportkreditversicherung. [Mehr dazu lesen]

Auf einen Blick

Das Projekt King’s Lynn in Zahlen

  • 400.000 Tonnen Zeitungspapier werden im neuen Werk King’s Lynn jährlich produziert, das sind fast 1.100 Tonnen pro Tag.
  • 500.000 Tonnen Altpapier werden so pro Jahr recycelt.
  • 160 Beschäftigte haben in King’s Lynn Arbeit gefunden.
  • 500 Millionen Euro hat die Investition gekostet, finanziert von der KfW IPEX-Bank und der Landesbank Baden-Württemberg.
  • Mit 270 Millionen Euro für die technische Anlage floss ein Großteil der Investitionssumme zurück an einen deutschen Maschinenbauer, die Voith AG aus Heidenheim in Baden-Württemberg.

Auf einen Blick

Die KfW IPEX-Bank

  • Seit 1.1.2008 agiert die KfW IPEX-Bank GmbH als rechtlich selbstständiger Spezialfinanzierer.
  • Die KfW-Tochter ist auf Projekt- und Unternehmensfinanzierungen sowie auf Handels- und Exportfinanzierungen im In- und Ausland spezialisiert.
  • Das „Start-up“ verfügt über mehr als fünf Jahrzehnte Erfahrung in der weltweiten Projekt- und Exportfinanzierung.
  • Das Angebot an Finanzinstrumenten wird weiter ausgebaut, die globale Präsenz mit neuen Niederlassungen und Repräsentanzen verdichtet.
  • Die neue Bank ist integraler Bestandteil der KfW Bankengruppe. Sie beschäftigt rund 490 Mitarbeiter bei einer Bilanzsumme von 53,3 Milliarden Euro.
  • Im Kreditportfolio haben die Geschäftssparten Schifffahrt (22 Prozent), Energie und Umwelt (16 Prozent), Schienen- und Straßenverkehr (13 Prozent) sowie Grundstoffindustrie (13 Prozent) die größten Anteile.

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Leitmotiv Nachhaltigkeit

Als bedeutender Projekt- und Exportfinanzierer und 100-prozentiges Tochterunternehmen der KfW Bankengruppe ist sich die KfW IPEX-Bank ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und zieht daraus Konsequenzen für nachhaltiges Handeln. [Mehr dazu lesen]

 

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