KfW IPEX-Bank
2. Teil: Eine entscheidende Rolle

Palm hingegen wusste sofort, wen er für die notwendigen Kredite ansprechen würde: „Wir arbeiten schon lange erfolgreich mit der KfW IPEX-Bank zusammen und haben schon in der Vergangenheit Finanzierungen von ihr erhalten.“ Das neue Werk in Großbritannien hat Palm unter der Führung der KfW IPEX-Bank und der Landesbank Baden-Württemberg gebaut. „Dabei haben wir nicht nur von der unproblematischen Finanzierung profitiert“, sagt er. „Unsere Ansprechpartner bei der KfW IPEX-Bank haben ein enormes Fachwissen über Investitionen im Ausland, was uns bei dem Projekt sehr weitergeholfen hat.“
Finanzierung auch für Mittelständler
Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Holger Apel von der KfW IPEX-Bank lobt Palm als Geschäftspartner: „Die vorangegangenen Investitionen haben Palm im letzten Jahrzehnt zu einem leistungsstarken Unternehmen reifen lassen.“ Ein Unternehmen, dem die IPEX gerne beim Schritt ins Ausland hilft. „Wir finanzieren schließlich nicht nur Großprojekte, sondern auch gut aufgestellte Mittelständler bei derart bedeutsamen Investitionsvorhaben“, sagt Apel.
Ein weiteres Argument für die Entscheider bei der KfW IPEX-Bank war das Umweltkonzept von Palm. Der für die Produktion erforderliche Wasserdampf wird umweltfreundlich in zwei mit Erdgas beheizten Kesselanlagen erzeugt. Die gesamte Produktionsstätte arbeitet mit einem nahezu geschlossenen Wasserkreislauf, bei der das Abwasser von einer betriebseigenen Kläranlage aufbereitet, gefiltert und zum Teil wieder in den Prozess zurückgeführt wird. „Wir wollen so sauber produzieren wie Palm“, hat Wolfgang Palm in der Branche schon öfters gehört. Er selbst will „Bestmögliches für die Umwelt tun“. Dazu gehört auch, dass Palm als Rohstoff ausschließlich Altpapier verwendet. Das gibt es in Großbritannien im Überfluss. Rund acht Millionen Tonnen werden dort jährlich gesammelt. Genug, um Palms Bedarf von etwa 500.000 Tonnen pro Jahr langfristig decken zu können, während Holz für die Papierproduktion aufgrund der steigenden Nachfrage durch Biomassekraftwerke und Pelletheizungen immer knapper wird.
Doppelter Effekt

Den Auftrag für das Herzstück des neuen Werks, die technische Anlage, erhielt Voith Paper, ein Konzernbereich der Voith AG aus dem baden-württembergischen Heidenheim. Das Unternehmen ist einer der führenden Partner der internationalen Papierindustrie. Auf Voith-Papiermaschinen wird rund ein Drittel der weltweiten Papierproduktion hergestellt. Die Anlage in King’s Lynn war jedoch der bis dato größte Auftrag für Voith Paper in Europa. So leistet die IPEX mit der Finanzierung gleich einen doppelten Beitrag zur Stärkung deutscher Exportunternehmen.
Und die Geschäfte im Ausland laufen gut. Seit etwas mehr als einem halben Jahr produziert Palm jetzt knapp ein Viertel des britischen Zeitungspapierbedarfs. „Die Verleger haben ihr Abnahmeversprechen eingehalten, sodass unsere Mitarbeiter in Großbritannien sehr gut ausgelastet sind“, sagt Palm zufrieden und denkt bereits weiter. In den kommenden Jahren will er weiter expandieren, wenn auch in kleinerem Umfang als in King’s Lynn. „Jetzt müssen wir erst einmal Luft holen, aber wir bleiben nie stehen.“ Dass er künftige Projekte gerne wieder mit der KfW IPEX-Bank stemmen will, weiß Palm auch schon. Noch so ein Prinzip.
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