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Förderung für Kreativbranche

Land der Dichter und Designer

Die Kreativwirtschaft in Deutschland erzielt mehr Umsatz als die chemische Industrie. Das fällt nur kaum jemandem auf. Denn aufgrund seiner bunten Vielfalt wird der Sektor viel zu wenig wahrgenommen – noch.

Modesignerin Faye Smith hinter einer Kleiderstange

Wenn Faye Smith zu Skizzenblock und Tuschestift greift, hat sie immer gleich zwei Gedanken im Kopf. Die Kleidung, die sie entwirft, soll trendsicher, kreativ und etwas Besonderes sein. Der Modedesignerin ist es aber ebenso wichtig, dass ihre Kundinnen die Kleider auch tatsächlich tragen und bezahlen können. Keine leichte Aufgabe: „Meine Kleider bestehen aus hochwertigen Stoffen und sind gut verarbeitet – trotzdem kosten sie nie mehr als 200 Euro. Das erfordert viel Recherchearbeit“, sagt die Gründerin des ModelabelsFay Alice“.

Die Berliner Modeschöpferin ist eine von gut einer Million Menschen in Deutschland, die ihr Geld in der Kultur- und Kreativwirtschaft verdienen. Zusammen erzielten mehr als 238.000 Unternehmen im Jahr 2008 einen Umsatz von 132 Milliarden Euro und trugen laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums mit 63 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung Deutschlands bei. Ein hoher Anteil an selbstständigen Unternehmen prägt die Branche. Sie erwirtschaftete 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und lag damit noch vor der chemischen Industrie. Zu diesem Ergebnis trug eine große Bandbreite an Berufen bei: Architekten und Journalisten ebenso wie Grafiker, Spieleentwickler, Filmemacher und Romanautoren.

Gemeinsamkeiten fördern

In der Vielfalt der Branche liegt jedoch auch ihr Problem: Ihr fehlt eine starke Lobby und daher auch die Möglichkeit, gemeinsame Interessen mit Nachdruck zu vertreten. „Die Branche wird oft zu wenig wahrgenommen“, sagt Birgit Krümpelbeck, Abteilungsdirektorin Förderpolitik bei der KfW. Deshalb hat die Bundesregierung die „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ gegründet. Ziel der Initiative ist es, die zentralen Herausforderungen für Kreative zu identifizieren, der Branche ein Gesicht zu geben und die wirtschaftliche Bedeutung zu unterstreichen.

Erste Ergebnisse zeigen vier Handlungsfelder für die Politik auf. Das wichtigste Ziel ist es, den Kreativen das Bewusstsein zu vermitteln, Teil einer großen Branche mit gemeinsamen Interessen zu sein. Darüber hinaus gibt es Nachholbedarf beim Zugang zu Förderprogrammen und bei der betriebswirtschaftlichen Professionalität. Außerdem kann die Politik dazu beitragen, die Bedürfnisse von Kreativen und Banken besser zusammenzubringen. Denn die genannten Probleme zeigen sich auch in der täglichen Praxis.

Hoher Investitionsbedarf

Eine Modestrichzeichnung, die drei Models mit unterschiedlichen Kostümen zeigtFaye Smith hat das in vielen Bankgesprächen erlebt. „Es war immer das Gleiche: Die Bankberater waren von meiner Idee hellauf begeistert. Allerdings haben sie nicht in die Umsetzung vertraut“, sagt die Designerin. Die Modebranche hat ihre eigenen Gesetze. „Modeschöpfer brauchen sehr lange, bis sie den Break-Even-Point erreicht haben. Sie müssen erst einmal viel Geld investieren, um ihr Label überhaupt bekannt zu machen“, sagt Smith. Deshalb hat sie fast ein Jahr benötigt, bis sie mit der Berliner Sparkasse eine Bank gefunden hat, die ihr Vorhaben unterstützen wollte. Dort hat sie Mittel aus dem KfW-StartGeld beantragt.

 

Auf einen Blick

Das KfW-StartGeld

  • Kredite bis 50.000 Euro bei einer Laufzeit von fünf beziehungsweise zehn Jahren, davon ein bis zwei tilgungsfreien Anlaufjahre.
  • Antragstellung möglich von der Gründung bis zu einem Unternehmensalter von drei Jahren. Auch Nebenerwerbsgründer können den Kredit beantragen, sofern sie mittelfristig planen, ihr gesamtes Einkommen aus dem Unternehmen zu beziehen.
  • Außerplanmäßige Tilgungen sind kostenfrei möglich.
  • Wenn sich mehrere Gründer zusammentun, kann jeder für das gleiche Vorhaben den Höchstbetrag in Anspruch nehmen.
  • Das KfW-StartGeld wird über die Hausbank beantragt.

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Mehr zum Thema

Plattform für Kreative

Die Bedeutung der Kreativbranche für die deutsche Wirtschaft hat auch die Bundesregierung erkannt – und im November 2009 das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft gegründet. Es soll als Mittler zwischen den kreativ Tätigen und den wirtschafts- und kulturpolitischen Entscheidungsträgern wirken. „Mit dem Kompetenzzentrum erhält die Kultur- und Kreativwirtschaft erstmals auf Ebene des Bundes eine eigene Plattform für Information, Beratung und Vernetzung“, sagt Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. [Mehr dazu lesen]

Auf einen Blick

Gründercoaching Deutschland

  • Zuschuss zu den Kosten für einen Unternehmensberater bis zu 4.500 Euro.
  • Das Programm richtet sich an Gründer und Unternehmer bis zum fünften Jahr nach der Gründung.
  • Der anteilige Zuschuss zu den Beratungskosten beträgt in den neuen Bundesländern 75 Prozent, in den alten Bundesländern und Berlin 50 Prozent eines maximal förderungsfähigen Tageshonorars von 800 Euro.

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Auf einen Blick

Der KfW-Unternehmerkredit

  • Zielgruppe: Gründer, Freiberufler und gewerbliche Unternehmen.
  • Gefördert werden Investitionen in: Grundstücke und Gebäude, Baumaßnahmen, Maschinen und Anlagen, Aufbau und Ausbau des Material-, Waren- oder Ersatzteillagers, Übernahmen eines bestehenden Unternehmens.
  • Darlehensbetrag: maximal zehn Millionen Euro je Vorhaben.
  • Laufzeit und Zinssatz: attraktive Festzinssätze mit bis zu zehn oder 20 Jahren Zinsbindung.
  • Risikominimierung: 50-prozentige Haftungsfreistellung für Unternehmen und Freiberufler, die seit zwei Jahren am Markt tätig sind.
  • Tilgungsfreie Anlaufzeit.
  • Frühere Tilgung kostenfrei möglich.
  • Kombinierbar mit anderen KfW-Programmen und öffentlichen Fördermitteln.

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Service

Persönliche Beratung

Eine telefonische Beratung zum Unternehmerkredit und zum Anfang 2008 neu aufgelegten Förderprogramm KfW-StartGeld erhalten Sie beim KfW-Infocenter unter der Servicenummer 01 80 1 241 124* montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Hier können Sie auch einen Termin für eine ausführliche persönliche Beratung mit einem Kreditexperten vereinbaren.
* 3,9 Cent/Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, Mobilfunk max. 42 Cent/Minute


 

Podcast Gründercoaching Deutschland

Alles Wissenswerte zum Gründercoaching Deutschland bietet Ihnen der KfW-Podcast „Neues Gründercoaching Deutschland – mit guter Beratung zum Erfolg“. Der Audiobeitrag erläutert am Beispiel eines geförderten Jungunternehmens, wie Sie sich mithilfe der neuen KfW-Beratungsförderung Gründercoaching Deutschland fit für den Erfolg des eigenen Unternehmens machen können.


 

Newsletter Unternehmensfinanzierung

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Tools

Tilgungsrechner

Wenn Sie wissen wollen, welche finanzielle Belastung Ihnen mit dem KfW-StartGeld entstehen könnte und wie Sie Ihren Kredit später am besten tilgen, benutzen Sie doch einfach den Tilgungsrechner der KfW Mittelstandsbank. Mit wenigen Mausklicks können Sie so Ihren persönlichen Mustertilgungsplan ermitteln, eine einfach strukturierte Onlineanleitung hilft Ihnen zudem beim Ausfüllen des Formulars.

 
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