FZ-Evaluierungsbericht
Teil 2: Misserfolge nicht ausgeschlossen

Die Erfolgsquote könnte sogar noch höher sein, was die Bank allerdings nicht zwingend anstrebt. Der Grund dieser zunächst überraschenden Einstellung liegt in einer einfachen Erkenntnis: Ob ein Projekt erfolgreich ist oder nicht, hängt maßgeblich vom Entwicklungsstand des Partnerlands ab. Je höher er ist, desto geringer ist das Risiko, mit einem Projekt zu scheitern. „Wir könnten unsere Erfolgsquote also steigern, wenn wir unsere Arbeit auf stärker entwickelte Länder konzentrieren“, sagte Kroh. „Das würde aber unseren Kernaufgaben offensichtlich zuwiderlaufen.“
Aus Erfahrungen lernen
In den vergangenen 20 Jahren hat die KfW mehr als 1.800 Projekte evaluiert. Durch die gewonnenen Erfahrungen hat sie auch die Methoden der Evaluierung stetig weiterentwickelt. „Wir selektieren nicht, sondern präsentieren auch die Fehlschläge offen und ungeschminkt“, sagt Terberger. Schon im ersten Evaluierungsbericht, den die KfW im Jahr 1991 veröffentlichte, legten die Verantwortlichen großen Wert auf Unabhängigkeit. Die operative Abteilung führte die Schlussprüfung ihrer Vorhaben zwar noch selbst durch, doch deren Bewertung wurde von der Evaluierungsabteilung vorgenommen und von externen Wirtschaftsprüfern bestätigt. Im Jahr 2000 wurde die Evaluierung schließlich komplett vom operativen Geschäft getrennt: Seitdem wird auch die Vor-Ort-Prüfung von der Evaluierungsabteilung verantwortet, die als unabhängige Stabsstelle nur dem zuständigen Vorstand untersteht.

Erkenntnisse für die Zukunft
Dazu gehörte auch das Projekt in Eldoret, das sich 2008 ein drittes Mal den kritischen Blicken der Prüfer stellen musste. Die dritte Projektphase, der Ausbau einer zentralen Abwasserentsorgung, wurde zwar positiv, insgesamt jedoch als „nichtzufrieden stellend“ bewertet. Trotzdem ist das Projekt ein Erfolg, wenn auch in anderer Hinsicht: Denn es zeigt mit anderen Abwasservorhaben der Querschnittsauswertung, welche Faktoren die Wirkung von Projekten begünstigen. Dazu zählt etwa eine Beteiligung privater Betreiber an dem Vorhaben – eine Erkenntnis, die die KfW und ihre Partner in der Zusammenarbeit für künftige Vorhaben nutzen können.
