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FZ-Evaluierungsbericht

Teil 2: Misserfolge nicht ausgeschlossen

Hände unter einem Wasserhahn; Foto: Torfinn/laif

Die Erfolgsquote könnte sogar noch höher sein, was die Bank allerdings nicht zwingend anstrebt. Der Grund dieser zunächst überraschenden Einstellung liegt in einer einfachen Erkenntnis: Ob ein Projekt erfolgreich ist oder nicht, hängt maßgeblich vom Entwicklungsstand des Partnerlands ab. Je höher er ist, desto geringer ist das Risiko, mit einem Projekt zu scheitern. „Wir könnten unsere Erfolgsquote also steigern, wenn wir unsere Arbeit auf stärker entwickelte Länder konzentrieren“, sagte Kroh. „Das würde aber unseren Kernaufgaben offensichtlich zuwiderlaufen.“

Aus Erfahrungen lernen

In den vergangenen 20 Jahren hat die KfW mehr als 1.800 Projekte evaluiert. Durch die gewonnenen Erfahrungen hat sie auch die Methoden der Evaluierung stetig ­weiterentwickelt. „Wir selektieren nicht, sondern präsentieren auch die Fehlschläge offen und ungeschminkt“, sagt Terberger. Schon im ersten Evaluierungsbericht, den die KfW im Jahr 1991 veröffentlichte, legten die Verantwortlichen großen Wert auf Unabhängigkeit. Die operative Abteilung führte die Schlussprüfung ihrer Vorhaben zwar noch selbst durch, doch deren Bewertung wurde von der Evaluierungsabteilung vorgenommen und von externen Wirtschaftsprüfern bestätigt. Im Jahr 2000 wurde die Evaluierung schließlich komplett vom operativen Geschäft getrennt: Seitdem wird auch die Vor-Ort-Prüfung von der Evaluierungsabteilung verantwortet, die als unabhängige Stabsstelle nur dem zuständigen Vorstand untersteht.

Eine Schulklasse in Burkina Faso

Noch mehr Klasse durch weniger Masse, lautet das Motto der Evaluierung seit 2007. In dem Jahr wurde mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vereinbart, dass nur noch eine aussagekräftige Stichprobe von Entwicklungsprojekten evaluiert werden muss. Um Verzerrungen durch gezielte Auswahl zu vermeiden, werden die geprüften Projekte mithilfe einer Zufallsstichprobe ausgewählt. Die Folge: Es werden weniger Projekte geprüft, einzelne Aspekte dafür gründlicher. „Wir beschäftigen uns jetzt verstärkt damit, ausgewählte Fragen vertieft zu untersuchen“, sagt Eva Terberger. Im aktuellen Bericht etwa wurden 25 Evaluierungen von Projekten aus dem Abwasserbereich einer Querschnittsauswertung unterzogen, um typische Ursachen für Erfolge und Misserfolge zu identifizieren.

Erkenntnisse für die Zukunft

Dazu gehörte auch das Projekt in Eldoret, das sich 2008 ein drittes Mal den kritischen Blicken der Prüfer stellen musste. Die dritte Projektphase, der Ausbau einer zentralen Abwasserentsorgung, wurde zwar positiv, insgesamt jedoch als „nichtzufrieden stellend“ bewertet. Trotzdem ist das Projekt ein Erfolg, wenn auch in anderer Hinsicht: Denn es zeigt mit anderen Abwasservorhaben der Querschnittsauswertung, welche Faktoren die Wirkung von Projekten begünstigen. Dazu zählt etwa eine Beteiligung privater Betreiber an dem Vorhaben – eine Erkenntnis, die die KfW und ihre Partner in der Zusammenarbeit für künftige Vorhaben nutzen können.

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