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Interview

„Die Zukunftsfähigkeit berücksichtigen“

Dr. Josef Trischler, Finanzierungsexperte und Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, über die Aussichten der Branche, die Kreditversorgung und das KfW-Sonderprogramm.

Porträtfoto von Dr. Josef Trischler, Finanzierungsexperte und Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Verbands Deutscher Maschinen- und AnlagenbauDie Wirtschaft könnte 2010 wieder leicht wachsen. Auch der Maschinenbau hofft auf ein Auftragsplus. Was brauchen Unternehmen, wenn es wieder aufwärts geht?

Ich erwarte, dass die Produktion 2010 im Vergleich zum Vorjahr zumindest stabil bleibt. Einen möglichen Anstieg sehe ich eher im zweiten Halbjahr und dann wird sich sicher auch der Finanzierungsbedarf von Unternehmen erhöhen. Das betrifft vor allem Betriebsmittel – für Material, aber auch für Personal.

Ein Drittel der Unternehmen im Maschinenbau hat 2009 Verluste geschrieben. Damit wird es nicht leichter, Kredite zu bekommen.

Richtig, aber die Banken sollten beim Rating der Unternehmen auch deren Zukunftsfähigkeit berücksichtigen. Viele haben mithilfe von Kurzarbeit oder individuellen Vereinbarungen qualifizierte Mitarbeiter gehalten. Und Produkte aus dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau sind nach wie vor international gefragt.

Spürt der Maschinenbau schon eine Kreditklemme?

Das kann man nicht verallgemeinern. Etwa zwei Drittel unserer Unternehmen spüren bisher noch keine Zurückhaltung bei ihren Hausbanken. Aber wir haben auch Unternehmen in der Branche, deren Aufträge besonders stark eingebrochen sind. Die sind an der unteren Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten angelangt und spüren, dass es schwieriger wird, Kredite zu bekommen.

Kann die KfW in so einer Situation mit Darlehen aus dem Sonderprogramm für mittelständische Unternehmen helfen?

Wir haben als Verband sowohl bei unseren Unternehmen als auch bei Banken stark für das KfW-Sonderprogramm geworben. Auch wenn man geteilter Meinung über die Konditionen sein kann, stellt das Programm doch einen wichtigen Baustein in der Finanzierung dar, der neue Spielräume eröffnet.

Aktuell hat die KfW die Zinsen im Sonderprogramm noch einmal gesenkt und die Bedingungen angepasst. Ein wichtiger Schritt?

Das ist sicher positiv. Auf jeden Fall können Unternehmen, die Mittel aus dem Sonderprogramm nutzen wollen, die Konditionen jetzt besser an ihre jeweilige Situation anpassen.

Auf einen Blick

Verbesserungen im KfW-Sonderprogramm

  • Zinssenkung: Anfang März wurden die Zinsen in allen Variationen des KfW-Sonderprogramms um weitere 25 Basispunkte gesenkt.
  • Längere Zinsbindungsfristen: Bei Investitionskrediten garantiert die KfW für bis zu acht Jahre einen festen Zins.
  • Investitionen in langlebige Investitionsgüter wie Immobilien können Unternehmer jetzt über längere Laufzeiten (maximal 20 Jahre) und mit bis zu fünf tilgungsfreien Anlaufjahren finanzieren.
  • Mehr Gestaltungsspielraum gibt es bei der Finanzierung von Betriebsmitteln. Seit Februar können Unternehmen bis zu 50 Prozent ihrer Bilanzsumme als Darlehen erhalten. Der Höchstbetrag liegt bei 50 Millionen Euro.

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Kampagne

KfW on the road again

Ein blauer Bus der KfW mit der Aufschrift "Konjunktur auf Tour" auf einer Landstraße

Eine erfolgreiche Kampagne kehrt zurück: Im April startet erneut der Info-Bus „Konjunktur auf Tour“, mit dem die KfW bereits im vergangenen Jahr sehr erfolgreich für die Konjunkturpakete der Bundesregierung geworben hat. Auch in diesem Jahr können sich Unternehmer, Bürger und Vertreter von Kommunen an den blauen Bussen über die KfW-Fördermöglichkeiten im Rahmen der Konjunkturpakete informieren. Im Fokus steht in diesem Jahr vor allem das KfW-Sonderprogramm.

 

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