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Finanzielle Zusammenarbeit

Steilvorlage für Südafrika

Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika verleiht dem ganzen Land Schwung. Im Rahmen der Mammutveranstaltung werden Projekte angeschoben, die den Umweltschutz und die gesellschaftliche Entwicklung voranbringen – sozusagen Fortschritt durch Fußball.

Südafrikanische Fußballfans mit einem Fußball

Seit dem 11. Juni 2010 um 16 Uhr Ortszeit blickt die gesamte fußballinteressierte Welt nach Südafrika. Mit dem Anpfiff des Eröffnungsspiels der Fußballweltmeisterschaft zwischen der Mannschaft des Gastgeberlandes und Mexiko im Stadion „Soccer City“ in Johannesburg steht das Land am Kap der Guten Hoffnung einen Monat lang im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Auch die KfW hat Südafrika im Fokus. Und zwar nicht erst, seit klar ist, dass dort die WM stattfindet. Doch einige Programme, die die KfW mit Bundesmitteln unterstützt, haben mittelbar oder sogar direkt mit dem Fußballfest zu tun. Etwa die Kampagne „Greening 2010“, die durch zahlreiche Projekte das größte Sportereignis der Welt klimaneutral gestalten und den Umweltschutz in Südafrika dauerhaft verbessern soll. Für mehr als nur Fußball stehen auch die Bolzplätze und Sportanlagen, die mithilfe der KfW in Townships und Dörfern neu gebaut oder renoviert werden. Kinder und Jugendliche sollen dort über das sportliche Fair Play den respektvollen Umgang miteinander lernen, denn Gewalt gehört zu den drängendsten gesellschaftlichen Problemen Südafrikas.

Land mit zwei Gesichtern

Südafrika stemmt die Mammutaufgabe, eine Weltmeisterschaft auszurichten. Gleichzeitig ist es Empfänger von Hilfsprojekten von außen – das verdeutlicht die zwei Gesichter des Landes: Einerseits ist Südafrika der wirtschaftliche Spitzenreiter des Kontinents, exportiert Rohstoffe und Agrarprodukte in großem Stil, ist ein beliebtes Fernreiseziel und das Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet mehr als 5.800 US-Dollar ist so hoch wie nirgendwo sonst in Afrika. Andererseits hat offiziell gut ein Viertel der Menschen keine Arbeit, mehr als ein Drittel der 49 Millionen Einwohner lebt unterhalb der Armutsschwelle, mehr als ein Fünftel der Menschen ist mit HIV infiziert, bei der Mordrate liegt das Land weltweit an dritter Stelle und Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind noch weitgehend vernachlässigte Größen.

An diese Bedingungen knüpft die Hilfe der KfW im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit in Südafrika an. Beispielsweise die Förderung der Initiative „Greening 2010“, die zunächst eine klimaneutrale Weltmeisterschaft zum Ziel hat. Langfristig jedoch sollen die Projekte der Initiative die Energieerzeugung, Infrastruktur und die öffentlichen Verkehrssysteme so verbessern, dass sie einen dauerhaften Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Dazu investiert die Entwicklungsbank unter anderem 25 Millionen Euro in ein Programm, das den Bau von Photovoltaikanlagen in Dörfern ermöglicht, die nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind. Rund 30.000 Haushalte bekommen jeweils eine kleine Photovoltaikanlage, die den Grundbedarf an Strom deckt – ein Novum in Südafrika, wo elektrische Energie noch überwiegend in umweltschädlichen Kohlekraftwerken erzeugt wird.

 

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