Barrierefrei wohnen
Vier Wände für die Ewigkeit
Viele Menschen wollen auch im Alter noch zu Hause wohnen. Problemlos und bequem geht das nur, wenn keine Hürden im Weg sind. Das KfW-Förderprogramm Altersgerecht Umbauen lässt Barrieren am und im Haus schwinden und verbessert die Wohnqualität.

Treppenstufen zum Hauseingang, enge Flure, schmale Türen und kleine Badezimmer. In vielen Wohnungen und Häusern ist das nicht die Ausnahme, sondern die Regel – und wird mit zunehmendem Alter zum Problem. Die meisten Menschen wollen auch dann noch in den eigenen vier Wänden wohnen, wenn die Beweglichkeit nachlässt. Doch das ist nur möglich, wenn die Wohnung den veränderten Bedürfnissen entspricht.
Enormer Bedarf
Trotz des lange vorhergesagten demografischen Wandels ist aktuell nur ein Prozent der Wohnungen altersgemäß angepasst. Dabei ist der Bedarf enorm: Bereits heute sind in Deutschland rund 16 Millionen Menschen älter als 65 Jahre, Tendenz stark steigend. Jeder zehnte Deutsche braucht zwingend ein barrierefrei zugängliches Umfeld. Für weitere 40 Prozent der Bevölkerung ist das zumindest in Teilen notwendig – und für 100 Prozent wäre es von Vorteil. Denn auch Eltern mit Kinderwagen oder ältere Menschen mit Einkaufstrolleys scheitern häufig schon an kleinen Hürden.
Noch wird Barrierefreiheit trotzdem als Randgruppenthema wahrgenommen. „Um das zu ändern, unterstützt die KfW den Abbau von Barrieren mit dem Programm Altersgerecht Umbauen“, sagt KfW-Wohnbauexpertin Silke Kaltepoth. Hauseigentümer, Vermieter oder Wohnungsbauunternehmen können einen Zuschuss von fünf Prozent oder einen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit beantragen, um eine Immobilie barrierearm umzubauen. Wichtig: Damit die Kosten voll finanziert werden, müssen bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllt werden.
17 Bausteine gegen Barrieren
„Dazu haben wir bundesweit einheitliche Vorgaben zur Barrierereduzierung definiert“, sagt Kaltepoth. Aus den technischen Grundlagen des Bundesbauministeriums entwickelte die KfW 17 Förderbausteine und setzt damit erstmals einen Standard zum Abbau von Wohnbarrieren. Die Bausteine sind einzeln oder in Kombination förderfähig, solange sie vollständig umgesetzt werden. Oft sei die Realisierung mehrerer Bausteine sinnvoll, sagt Kaltepoth. „Erst bei einem gut durchdachten Umbau lassen sich Barrieren ausreichend reduzieren und die Lebensqualität verbessern.“

Auch das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen selbst ist barrierefrei. Jeder kann die Förderung für sein Haus oder seine Wohnung beantragen – auch, um vorsorglich Barrieren abzubauen. „Die Antragsteller müssen nicht erst unter einer körperlichen Beeinträchtigung leiden, damit sie die Förderung erhalten“, erklärt die KfW-Expertin. Seit dem Programmstart im April 2009 hat die KfW Zusagen mit einem Gesamtvolumen von etwa 270 Millionen Euro gegeben. Und davon profitieren nicht nur die Geförderten. Die Bauaufträge erhalten in der Regel kleine Handwerksbetriebe. „Insgesamt hat unsere Förderung Investitionen von mehr als 350 Millionen Euro angestoßen“, rechnet Kaltepoth vor. Allein 2009 konnten dadurch rund 4.000 Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Betrieben gesichert werden.

