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Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitssektor

Werbung für (Familien-)Werte

Für erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit braucht es mehr als Geld und gute Absichten. Besonders im Gesundheitssektor. Damit die Menschen Hilfe und Medikamente auch annehmen, setzen die Partner der KfW auf zielgerichtete Kommunikation.

Ein schwarzafrikanischer Mann und eine schwarzafrikanische Frau mit Kopfhörern auf und einem Mikrofon vor sich moderieren eine Radiosendung

Was die amerikanische Serie „Sex and the City“ für Fans in den USA und Westeuropa ist, ist „SIDA dans la Cité“ für Millionen von Fernsehzuschauern in Westafrika: absoluter Kult. Mehr als 50 Folgen sind bisher erschienen und genau wie Carrie Breadshaw und ihre Freundinnen in New York, sind Jackie, Serapo und Mado, die Protagonisten aus SIDA dans la Cité, für viele Afrikaner Vorbilder. Anders als Fernsehunterhaltung aus Hollywood hat die afrikanische Serie allerdings einen ernsthaften Hintergrund. SIDA ist die französische Abkürzung für „Syndrome d’Immunodéficience Acquise“ – Aids. Mehr als nur um gute Unterhaltung geht es den Machern um sexuelle Aufklärung und HIV-Prävention. Die Serie ist Teil einer langjährigen Kampagne, finanziert von der KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Gut vermarktet ist halb gewonnen

SIDA dans la Cité ist ein gutes Beispiel für moderne Entwicklungszusammenarbeit. Weltweit finanziert die KfW mit mehr als einer Milliarde Euro Familienplanungsprogramme, den Aufbau von Gesundheitssystemen und einen besseren Schutz vor Infektionskrankheiten wie Aids und Tuberkulose. „Besonders im Gesundheitssektor setzen wir stark auf Social Marketing“, sagt Katharina Anschütz, Sektorökonomin Gesundheit bei der KfW Entwicklungsbank. Der Ansatz stammt aus den 1990er Jahren und nutzt professionelle Vermarktungs- und Medienkonzepte sowie Instrumente aus der Konsumforschung. „Statt nur mit staatlichen Gesundheitsorganisationen zusammenzuarbeiten, ging man dazu über, auch mit Nichtregierungsorganisationen zu kooperieren.“ Inzwischen hat sich Social Marketing bewährt – besonders dort, wo der entwicklungspolitische Erfolg davon abhängt, ob die Bevölkerung Angebote akzeptiert und ihr Verhalten nachhaltig ändert.

Sicherheit für kleines Geld

Ein Verkäufer im westafrikanischen Côte d’Ivoire trägt seine Waren, darunter Kondome der Marke "Prudence", auf dem Kopf

Im westafrikanischen Côte d’Ivoire etwa, wo SIDA dans la Cité produziert wurde, arbeitet die KfW Entwicklungsbank seit 1996 daran, die Bevölkerung aufzuklären und sie zuverlässig und günstig mit Kondomen und oralen Kontrazeptiva zu versorgen. „Die Partner vor Ort spielen dabei eine wichtige Rolle“, sagt Elke Bindewald, Senior Projektmanagerin bei der Entwicklungsbank. Die KfW tritt als Finanzierer auf, die Umsetzung der Programme übernehmen Nichtregierungsorganisationen wie die ivorische Social-Marketing-Agentur AIMAS. Sie schult Multiplikatoren, die Aufklärungsunterricht geben, schaltet Radiospots und Plakatwerbung und wirbt für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität und Schwangerschaft. Parallel dazu hat AIMAS ein Netz von Lieferanten und Verkaufsstellen aufgebaut, um Kondome der eigenen Marke „Prudence“ und die Anti-Baby-Pille „Confiance“ auf dem Markt zu etablieren – mit großem Erfolg. Heute werden Prudence und Confiance landesweit verkauft.

 

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Was ist Social Marketing?

Social Marketing ist die Anwendung kommerzieller Marketingstrategien zur Erreichung sozialer Ziele. Im Unterschied zum kommerziellen Marketing geht es nicht in erster Linie um den Absatz von Produkten, sondern um die Verbreitung von Ideen, Werten und Verhaltensweisen. [Mehr dazu lesen]

Auf einen Blick

Geld für Gesundheit

  • 1,2 Milliarden Euro – mit diesem Volumen finanziert die Entwicklungsbank weltweit rund 150 Vorhaben im Gesundheitssektor.
  • Fast ein Drittel der Förderung fließt mit mehr als 350 Millionen Euro in Vorhaben zur HIV-Prävention, vor allem in Afrika und Asien.
  • Gut 117 Millionen Menschen erreichen die KfW und ihre Partner allein mit den 2009 zugesagten Vorhaben im Bereich HIV-Prävention.

Evaluierung

Welche Wirkung haben die Projekte?

Die KfW Entwicklungsbank engagiert sich im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit auf unterschiedlichsten Arbeitsfeldern für das übergeordnete Ziel, das Leben armer Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Osteuropa nachhaltig zu verbessern. Neben Projekten in der Gesundheitsvorsorge und im Bildungsbereich unterstützt sie unter anderem Maßnahmen zur Finanzsystementwicklung ebenso wie Projekte aus den Bereichen Klimaschutz, Stadtentwicklung, Transport oder Friedensentwicklung.

Schülerinnen und Schüler im Unterricht, im Juni 1998, Mosambik; Foto: KfW/photothek.net

Welche Wirkung die unterstützten Projekte entfalten, lässt sich jedoch erst beobachten, wenn das jeweilige Vorhaben weitgehend abgeschlossen und in Betrieb ist. Aus diesem Grund und um sicherzustellen, dass die entwicklungspolitisch angestrebten Ziele erreicht werden, kümmert sich die Abteilung Evaluierung der KfW Entwicklungsbank um die Auswertung aller unterstützen Maßnahmen. Damit legt sie zum einen Rechenschaft über den Erfolg der Engagements der KfW Entwicklungsbank ab und trägt zugleich zur Verbesserung zukünftiger Projekte bei. [Mehr dazu lesen]


Evaluierungsbericht

Titleseite des Evaluierungsberichts der KfW

Einen umfassenden Überblick über die Projekte und Programme in Entwicklungsländern in den Jahren 2006 bis 2008 finden Sie im aktuellen Evaluierungsbericht der KfW Entwicklungsbank. [Evaluierungsbericht herunterladen]

 

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