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Unternehmensgründer mit Migrationshintergrund

Gezielte Förderung für Unternehmensgründer mit Migrationshintergrund

Jeder neunte Unternehmensgründer in Deutschland hat seine Wurzeln im Ausland. Mit Mehrsprachigkeit und Flexibilität sind sie eine Bereicherung für die deutsche Unternehmenslandschaft.

Erfolgreich dank KfW-Förderung: Zeynep Babadagi-Hardt ist Gründerin und Chefin der Duisburger Pflegezentrale Kranken- und Altenpflege GmbH

Alle lieben Schwester Zenni. Alle 130 Patienten, um die sich die Krankenschwester Tag für Tag kümmert. Vielleicht liegt das an ihrer Herzlichkeit. An ihrer Bereitschaft, sich um alle Patienten zu sorgen – egal, wie alt oder krank sie sind. Und an ihrer Überzeugung, dass jeder Mensch eine würdige Pflege verdient hat. Schwester Zenni heißt eigentlich Zeynep Babadagi-Hardt und hat türkische Wurzeln. Von ihrem Engagement profitieren neben den pflegebedürftigen Menschen auch 20 Mitarbeiterinnen aus der Türkei, Deutschland, Bosnien und Polen, die in ihrem Unternehmen „Die Pflegezentrale Kranken- und Altenpflege GmbH“ in Duisburg arbeiten. Denn Babadagi-Hardt ist ihre Chefin.

Gut integriert

Damit ist sie nicht allein: Laut KfW-Gründungsmonitor 2008 haben im Jahr 2007 rund 859.000 Personen eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen. Davon hatten elf Prozent einen Migrationshintergrund. Die meisten Unternehmer mit ausländischen Wurzeln stammen aus der Türkei: Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 70.000 türkische Unternehmen mit rund 350.000 Beschäftigten.

Dank der gezielten Förderung für Unternehmer mit Migrationshintergrund ein zufriedener Chef: Pradeep Datta an einer Druckmaschine

Aber auch Unternehmer aus anderen Ländern haben in Deutschland erfolgreich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Zu ihnen gehört Pradeep Datta. Er kam bereits in den 1980er Jahren aus dem indischen Delhi nach Leipzig, wo er an der Technischen Hochschule Drucktechnik studierte. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 1988 hat er zunächst keine Stelle in seinem erlernten Beruf gefunden: „Ich war wahrscheinlich der erste arbeitslose Ingenieur der DDR“, sagt Datta. Daher suchte er sich einen Job in einer Import-Export-Firma, erst als Angestellter, später auf eigene Rechnung.

Alten DDR-Betrieb erfolgreich flottgemacht

Schließlich kaufte er 1995 eine Druckerei, die die Treuhand zu dieser Zeit privatisierte, und gründete gemeinsam mit einem Geschäftspartner die Tastomat Druck GmbH. Kein einfaches Unterfangen, diente der Betrieb während der DDR-Zeit doch vor allem dazu, Offiziersfrauen zu beschäftigen. Doch Datta krempelte das Unternehmen zu einer erfolgreichen Druckerei um, die heute vor allem Broschüren für namhafte Unternehmen produziert.

„Wir hatten schwierige Phasen, konnten aber immer unsere Größe halten und sind sogar leicht gewachsen“, sagt Datta. Dieses Wachstum hat der gebürtige Inder fast ausschließlich intern finanziert. Als er die Tastomat-Druckerei übernommen hat, hat er einmalig einen Eigenkapitalhilfe-Kredit bei der damaligen Deutschen Ausgleichsbank aufgenommen. „Danach haben wir nie wieder Geld von außen gebraucht“, sagt Datta.

Viele türkischstämmige Unternehmer

Indische Unternehmer in Deutschland sind bis heute eher Exoten – im Gegensatz zu ihren türkischstämmigen Kollegen. Diese belegen in der repräsentativen KfW-Studie „Unternehmensgründungen von Personen mit Migrationshintergrund“ mit 22 Prozent die Spitzenposition unter den Unternehmern mit Wurzeln im Ausland – mit großem Abstand vor ihren Kollegen aus Russland, Österreich sowie aus dem ehemaligen Jugoslawien und Albanien. Kein Wunder, dass sich auch die Wissenschaft besonders für die türkischstämmigen Unternehmer interessiert.

 

Auf einen Blick

Das KfW-StartGeld

  • Kredite bis 50.000 Euro bei einer Laufzeit von fünf beziehungsweise zehn Jahren, davon ein bis zwei tilgungsfreien Anlaufjahre.
  • Antragstellung möglich von der Gründung bis zu einem Unternehmensalter von drei Jahren. Auch Nebenerwerbsgründer können den Kredit beantragen, sofern sie mittelfristig planen, ihr gesamtes Einkommen aus dem Unternehmen zu beziehen.
  • Außerplanmäßige Tilgungen sind kostenfrei möglich.
  • Wenn sich mehrere Gründer zusammentun, kann jeder für das gleiche Vorhaben den Höchstbetrag in Anspruch nehmen.
  • Das KfW-StartGeld wird über die Hausbank beantragt.

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Dienstleistung statt Dönerbude

Entgegen der landläufigen Meinung machen sich heutzutage nur die wenigsten Gründer aus dem Ausland mit einem Restaurant oder einer Imbissbude selbstständig. Beliebt sind stattdessen Dienstleistungen und Handel. In diesen Bereichen gründen jeweils rund 40 Prozent der Migranten. Damit unterscheiden sie sich kaum von ihren deutschstämmigen Kollegen, die ebenfalls diese beiden Branchen favorisieren.

Auf einen Blick

Gründercoaching Deutschland

  • Zuschuss zu den Kosten für einen Unternehmensberater bis zu 4.500 Euro.
  • Das Programm richtet sich an Gründer und Unternehmer bis zum fünften Jahr nach der Gründung.
  • Der anteilige Zuschuss zu den Beratungskosten beträgt in den neuen Bundesländern 75 Prozent, in den alten Bundesländern und Berlin 50 Prozent eines maximal förderungsfähigen Tageshonorars von 800 Euro.

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Auf einen Blick

ERP-Kapital für Gründung

  • Das Programm richtet sich an fachlich und kaufmännisch qualifizierte Gründer oder Unternehmer, die über eine Geschäftsführungsbefugnis mit mindestens zehn Prozent Anteil an der Gesellschaft verfügen.
  • Finanziert werden die Gründung eines Unternehmens oder einer freiberuflichen Existenz in Deutschland oder Festigungsmaßnahmen innerhalb von drei Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit.
  • Der förderfähige Höchstbetrag liegt bei 500.000 Euro insgesamt je Antragsteller bei einer Laufzeit von 15 Jahren.
  • Die Tilgung beginnt erst nach sieben Jahren.
  • Der Zinssatz wird in den ersten zehn Jahren der Laufzeit aus Mitteln des ERP-Sondervermögens vergünstigt.

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Service

Persönliche Beratung

Eine telefonische Beratung zum Unternehmerkredit und zum Anfang 2008 neu aufgelegten Förderprogramm KfW-StartGeld erhalten Sie beim KfW-Infocenter unter der Servicenummer 01 80 1 241 124* montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Hier können Sie auch einen Termin für eine ausführliche persönliche Beratung mit einem Kreditexperten vereinbaren.
* 3,9 Cent/Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, Mobilfunk max. 42 Cent/Minute


 

Podcast Gründercoaching Deutschland

Alles Wissenswerte zum Gründercoaching Deutschland bietet Ihnen der KfW-Podcast „Neues Gründercoaching Deutschland – mit guter Beratung zum Erfolg“. Der Audiobeitrag erläutert am Beispiel eines geförderten Jungunternehmens, wie Sie sich mithilfe der neuen KfW-Beratungsförderung Gründercoaching Deutschland fit für den Erfolg des eigenen Unternehmens machen können.


 

Newsletter Unternehmensfinanzierung

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Tools

Tilgungsrechner

Wenn Sie wissen wollen, welche finanzielle Belastung Ihnen mit dem KfW-StartGeld entstehen könnte und wie Sie Ihren Kredit später am besten tilgen, benutzen Sie doch einfach den Tilgungsrechner der KfW Mittelstandsbank. Mit wenigen Mausklicks können Sie so Ihren persönlichen Mustertilgungsplan ermitteln, eine einfach strukturierte Onlineanleitung hilft Ihnen zudem beim Ausfüllen des Formulars.

 
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